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Chefredakteur des "Falter": Internationale Medien ignorieren, was wirklich in Österreich los ist

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VAN DER BELLEN HOFER
Diese Wahrheit über Österreich sollten allen Deutschen zu denken geben | JOE KLAMAR via Getty Images
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Selten war das internationale Interesse an einer Wahl in Österreich so groß wie bei der Bundespräsidentenwahl 2016. Denn Österreich musste als dystopisches Szenario für ganz Europa herhalten: Rechtsruck. Fremdenhass. Der erste rechtspopulistische Präsident Europas.

Doch es kommt anders. Noch bevor das offizielle Ergebnis vorliegt, steht fest: Der parteifreie Kandidat Alexander van der Bellen, der mit der Unterstützung der Grünen ins Rennen um die Hofburg ging, wird der nächste Präsident Österreichs. Nicht Norbert Hofer, der als Kandidat für die FPÖ antrat.

Dabei waren alle Augen auf Hofer gerichtet. Vor allem die der rechten Parteien. Frauke Petry von der AfD ließ es sich nicht nehmen, bei der FPÖ-Wahlfeier in Wien vorbeizuschauen. Marine Le Pen von der französischen Front National und Geert Wilders von der niederländischen Partei für die Freiheit drückten in den sozialen Netzwerken eifrig die Daumen. Und sehnten insgeheim schon die Zukunftsvision für ihr eigenes Land herbei.

In den internationalen Medien wurde kaum erwähnt, gegen wen der rechte Kandidat eigentlich ins Rennen geht. Die Schlagzeile der New York Times heute: "Österreichs rechter Kandidat Norbert Hofer verliert knapp die Präsidentenwahl". Kein Wort darüber, wie der Sieger heißt.

Diese internationale Stimmung nahm Florian Klenk, Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung "Der Falter", zum Anlass, um noch zwei Stunden vor Verkündung des Wahlergebnisses diesen Post auf seiner Facebook-Seite zu veröffentlichten:

Die Worte richten sich wohl vor allem an Deutschland. Schließlich spricht der Journalist von "brennenden Asylheimen" und "Pegida-Aufmärschen".

Das Feuer ist gelöscht, Österreich hat die Geschichte umgeschrieben. Die Medien dieser Welt können nicht titeln, wie Österreich das Ende Europas einläutet. Oder dass Österreich zeigt, wie die Rechten Europa übernehmen. Oder wie Österreich ein Vorbild für Deutschland ist.

Denn mehr als die Hälfte der Österreicher hat Alexander van der Bellen gewählt. Einen pro-europäischen Professor, einen Grünen. Das verkauft sich vielleicht nicht so gut wie das Ende Europas. Aber ist jetzt amtlich.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

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