Huffpost Germany

Präsidentschaftswahl in Österreich: FPÖ äußert Zweifel an der Auszählung der Wahlkartenstimmen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
STRACHE HOFER FPOE
Heinz-Christian Strache und Herbert Kickl wittern Ungereimtheiten | dpa
Drucken
  • In der Wahl zum neuen österreichischen Bundespräsidenten steht es derzeit 50:50
  • FPÖ-Politiker stellen Wahlbetrug bei Briefwahl in den Raum

In Österreich spielt sich gerade ein Wahlkrimi ab. Laut aktuellen Auszählungen des ORF haben Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen beide 50,0 Prozent der Stimmen erhalten. Das endgültige Ergebnis wird demnach erst morgen feststehen, wenn die Wahlkarten fertig ausgezählt sind.

Wahlbetrug bei der Briefwahl?

Ist dieses knappe Ergebnis ein Zufall? FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wittert jedenfalls bereits den ersten möglichen Betrug. Der Grund: Für die Stichwahl gab es so viele Wahlkartenanträge wie noch nie zuvor. Für die Stichwahl wurden beinahe 900.000 Wahlkarten beantragt.

Das sei mit Vorsicht zu betrachten, "Beispiele aus der Vergangenheit zeigen jedenfalls, dass bei der Briefwahl immer wieder Ungereimtheiten auftreten", sagte Kickl.

Das werfe nämlich die Frage auf "ob Helfershelfer des gegenwärtigen Politsystems hier vielleicht die Gelegenheit nutzen könnten, dem Wählerwillen zugunsten des Systemrepräsentanten Van der Bellen 'nachzuhelfen‘".

Unterschiedliche Hochrechnungen

Auch FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache äußert Zweifel am Wahlergebnis:
"Die Hochrechnungen des Innenministeriums sehen völlig anders aus als die Hochrechnungen des ORF", erklärte er in seiner ersten Reaktion gegenüber ATV.

Tatsächlich präsentierten die beiden Quellen zur gleichen Zeit unterschiedliche Zahlen - allerdings aufgrund unterschiedlicher Hochrechnungen. Einen möglichen Wahlbetrug durch Briefwahl hatte Strache bereits 2010 anlässlich der Wien-Wahlen zur Rede gebracht.

Auch seine Wähler verbreiten derartige Gedanken, denen in Österreich jedoch auch mit Kopfschütteln begegnet wird:

Zum aktuellen Zeitpunkt liegen die Kandidaten (mit Schätzungen zur Briefwahl) nur etwa 3.000 Stimmen auseinander. Die etwa 170.000 ungültig abgegebenen Stimmen hätten somit die Wahl vielleicht schon heute entscheiden können, twittert der österreichische Journalist Armin Wolf:

Das vorläufige Ergebnis des österreichischen Innenministeriums zeigt zurzeit Hofer mit 51,9 Prozent als Gewinner der Wahl. Das Land sitzt aber wohl noch bis morgen auf heißen Kohlen. Zwischen 17 und 19 Uhr wird das endgültige Ergebnis erwartet.

Auch auf HuffPost:

Bundespräsidentenwahl in Österreich 2016: Die wichtigsten Informationen zur Wahl