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SPD-Fraktionschef Oppermann nennt Ergebnis "Warnschuss"

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OPPERMANN
SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sieht die Österreich-Wahl als Warnung für die politische Zukunft Deutschlands | Tobias Schwarz / Reuters
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  • In Österreich entscheidet sich am Montag mit einem Tag Verspätung die Bundespräsidentenwahl
  • Dann wird sich zeigen, ob Norbert Hofer oder Alexander Van der Bellen das Rennen für sich entscheidet
  • Am Sonntag hatte die Abstimmung nach Hochrechnungen ein Patt ergeben

Die Briefwahl wird am Montag entscheiden, wer Österreichs neuer Bundespräsident wird. Ob Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ oder sein Konkurrent, der von den Grünen unterstützte Alexander Van der Bellen.

Am Wochenende hatten mehrere Zwischenfälle in Wien für Schlagzeilen gesorgt - so berichtete HuffPost-Reporter Sebastian Christ von mehreren Hofer-Sympathisanten, die öffentlich den Hitlergruß gezeigt hatten. Mehr dazu im ersten Teil des NEWS-BLOGS.

Alle Infos zur Präsidenten-Wahl in Österreich im NEWS-BLOG:

16:30 Uhr: Die deutschen Grünen gratulieren van der Bellen auf Twitter.

16:28 Uhr: Thomas Oppermann, Fraktionschef der SPD im Bundestag, nennt das Ergebnis auf Twitter einen "Warnschuss".

16:20 Uhr: FPÖ-Mann Norbert Hofer gesteht auf Facebook seine Niederlage ein.

16:02 Uhr: Laut Information der "Presse" soll Van der Bellen bereits fast 13.000 Stimmen vor Hofer sein.

15.55 Uhr: Die Huffington Post berichtet live aus dem österreichischen Innenministerium:

Erste Medien melden Sieger

15.51 Uhr: Nach Angaben der österreichischen Zeitungen "Heute" und "Krone" soll angeblich das Ergebnis feststehen. Demnach wäre Alexander Van der Bellen der neue Bundespräsident.

15.31 Uhr: Die Livestreams der wichtigsten österreichischen Medien sind zusammengebrochen. Offensichtlich sind die Server überlastet.

15.18 Uhr: In ORF2 laufen jetzt "Weißblaue Geschichten". Solche Quoten dürfte Gustl Bayrhammer schon länger nicht mehr produziert haben ... nicht mal als Meister Eder in "Pumuckl".

15.14 Uhr: Eigentlich wollte der ORF jetzt das Ergebnis der Wahl verkünden. Doch die Sondersendung verschiebt sich. Das Innenministerium ist offenbar doch noch nicht soweit mit der Auszählung.

14:08 Uhr: Mittlerweile sind 444.716 Wahlkarten ausgezählt, das sind bereits über 50%. Das aktuelle Zwischenergebnis der Wahlkarten: Van der Bellen: 60,4%, Hofer: 39,6%. Van der Bellen braucht haargenau 60,4% der Wahlkarten-Stimmen um im Gesamtergebnis vor Hofer zu liegen. Der Krimi geht weiter.

13:22 Uhr: Bei Twitter kursieren derzeit Zwischenstände der Briefwahl-Auszählung. Demnach liegt Van der Bellen zumindest hier klar vorne. Das könnte für eine Wende beim Gesamtergebnis führen.

13:19 Uhr: Eines ist jetzt schon klar: Die bisher spannendste Präsidentenwahl in Österreich hat viele Spuren hinterlassen. Drei Beispiele:

  • Der Niedergang der Sozialdemokraten und der Konservativen dokumentierte sich in einem historischen Fakt: Erstmals waren die beiden Volksparteien nicht bei der Stichwahl dabei. Jahrzehntelang haben sie die Regierung und den Präsidenten gestellt.
  • Österreich steht im Fokus. Noch nie war das internationale Interesse an den politischen Vorgängen in der Alpenrepublik so groß. Der Aufstieg der Rechtspopulisten treibt die Staaten der EU um.
  • Die politische Kluft zwischen Stadt und Land ist noch stärker geworden. Ohne den großen Zuspruch der Städte hätte Alexander Van der Bellen die Aufholjagd nie geschafft. Für die Menschen auf dem Land galt der Ex-Grünen-Chef dagegen oft als nicht wählbar. Sie tendierten eindeutig zum "Mann des Volkes": Norbert Hofer.

"heute-show" empört mit Österreich-Tweet seine Fans

12:59 Uhr: Die ZDF-Satiresendung "heute-show" sorgt mit einem Tweet für Diskussionen im Netz. Darin heißt es: "#Österreich ist so gespalten: Selbst Kinder, die jahrelang gemeinsam im Keller aufgewachsen sind, streiten über den richtigen Kandidaten."

Ein Twitter-Nutzer kommentiert: "Witze auf kosten misshandelter Kinder ist ja wohl das Hinterletzte!!!!"

11:37 Uhr: Nicht ganz falsch, was Nikolaus Blome, Politik-Chef der "Bild", am Sonntagabend twitterte: Es gibt sie, die "europäische Öffentlichkeit". So viel zum Thema EU-Müdigkeit.

Wahlverhalten: Hofer gewinnt auf dem Land, Van der Bellen in der Stadt

11:17 Uhr: Bei der Wahl zeichnet sich ein immenses Stadt-Land-Gefälle ab. Während die Österreicher in den urbanen Zentren mehrheitlich Van der Bellen gewählt haben, liegt in den Provinzen eher Hofer vorne. Eine Grafik, die derzeit im Netz kursiert, veranschaulicht das Wahlverhalten der Österreicher besonders deutlich:

österreich

11:04 Uhr: Was passiert eigentlich, wenn FPÖ-Kandidat Hofer die Wahl gewinnt? Die "Wiener Zeitung" ordnet das politische Szenario in einer lesenswerten Analyse ein und kommt zu dem Schluss: Auch ein Rechtspopulist wie Hofer kann die Wiener Demokratie nicht einfach so aushebeln.

10:41 Uhr: SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sieht die Präsidentenwahl in Österreich als Warnsignal für Deutschland. "Unabhängig von der Auszählung der letzten Stimmen ist das schon jetzt ein schockierendes Ergebnis", sagte er am Montag in Berlin. Die Hälfte der Stimmen für den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer sei ein Weckruf an alle Demokraten, gegen Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz vorzugehen.

Van der Bellen punktet eher bei weiblichen Wählern

10:38 Uhr: Das Online-Portal "kurier.at" zitiert aus einer Wahlanalyse des Instituts für Strategieanalysen (ISA), das die Wähler von Hofer und Von der Bellen verglichen hat:

Hofer: Jung, männlich ängstlich. 77 Prozent haben maximal eine abgeschlossene Ausbildung, konnte vor allem im ländlichen Raum punkten. Vor allem die Unterstützer Hofers sind der Meinung, der Bundespräsident müsste mit mehr Macht ausgestattet werden.

Van der Bellen: Punktete eher bei den Frauen, viele Wähler mit Matura oder einer höheren akademischen Ausbildung, leben in den Städten. Er wurde eher wegen seinen politischen Fähigkeiten gewählt.

10:31 Uhr: Der Vizepräsident des Europaparlaments, Alexander Graf Lambsdorff, blickt mit Sorge auf die Bundespräsidentenwahl in Österreich. Es sei beunruhigend", dass 50 Prozent der Österreicher für den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer stimmten, sagte der FDP-Politiker am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Hofer sei "ganz klar ein Rechtspopulist".

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