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Cumhuriyet-Chefredakteur Dündar: Merkels Abkommen ist eine Schande

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Cumhuriyet-Chefredakteur Dündar: Merkels Abkommen ist eine Schande | dpa
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  • Der verurteilte türkische Journalist Can Dündar kritisiert das Abkommen der EU mit der Türkei
  • Die deutsche Regierung lasse die Türken im Stich, die für europäische Werte einstünden

Angela Merkel trifft heute den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Vor dem Aufeinandertreffen der politischen Größen hat der verurteilte Chefredakteur der türkischen Oppositionszeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar, die Türkei-Politik der Bundesregierung scharf kritisiert. In der "Bild“-Zeitung bezeichnete Dündar das EU-Türkei-Abkommen als Schande.

Die Hauptschuld trage die deutsche Regierung, impliziert er. Die Bundesregierung lasse mit dem Deal mit Erdogan die im Stich, die für europäische Werte in der Türkei einstehen, so Dündar. Merkel ignoriere diejenigen, die die europäischen Werte und Prinzipien in der Türkei etablieren wollten. "Stattdessen exportiert Erdogan seine türkischen Prinzipien nach Europa und verklagt jetzt auch deutsche Journalisten“, sagte Dündar in Anspielung auf den TV-Entertainer Jan Böhmermann.

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Can Dündar wurde Anfang Mai zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Hauptstadtbüroleiter Erdem Gül habe eine fünfjährige Gefängnisstrafe erhalten. Das Gericht habe Dündar und Gül der Veröffentlichung geheimer Dokumente für schuldig befunden.

Die Verurteilung der Cumhuriyet-Redakteure ist nur ein Beispiel für die zunehmend repressive Politik Erdogans gegenüber den türkischen Medien. Im März stürmte die türkische Polizei das Redaktionsgebäude der oppositionellen Zeitung "Zaman“ in Istanbul. Die Zeitung steht mittlerweile unter staatlicher Treuhandverwaltung und wurde auf Regierungslinie gebracht.

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(ca)