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Schockierender Fund an der Elbe: Menschlicher Skelett-Teil in Raubfisch-Bauch entdeckt

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WELS
Ein 1,80 Meter langer Europäischer Wels, dessen Art als größter Süßwasserfisch Europas gilt | dpa
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  • Angler in Sachsen-Anhalt machten einen ungewöhnlichen Fund
  • Im Bauch eines Wels entdeckten sie das Skelett einer menschlichen Hand
  • Nun ermittelt die Polizei in dem Fall

Am Sonntag bekamen zwei Angler in Schützberg in Sachsen-Anhalt wohl einen gehörigen Schrecken. Sie hatten in der Nacht zuvor in der Elbe laut Polizeiinformationen einen Wels gefangen. Als sie den mehr als anderthalb Meter langen Raubfisch ausnehmen wollten, entdeckten sie in dessen Inneren etwas Ungewöhnliches.

Im Bauch ihres Fangs befand sich eine skelettierte Hand. Als die beiden Angler den Vorfall der Polizei meldeten, bestätigte sich ihr Verdacht, dass es sich dabei um eine menschliche Gliedmaße handelt.

"Nach erster Einschätzung handelt es sich um die Hand eines Menschen", bestätigte Sebastian Opitz, Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost, gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" am Montag.

Die Kriminalpolizei ermittelt

Die Kriminalpolizei hat nun in dem Fall Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen. Das sei die gängige Praxis beim Auffinden von Leichenteilen, so Opitz.

Rechtsmediziner müssen den Angaben des Polizeisprechers gegenüber der dpa zufolge jetzt herausfinden, ob die Hand von einem Mann oder einer Frau stammt und wie alt das Körperteil ist. Das könne Tage, aber wohl eher Wochen dauern. Anschließend können Vermisstenfälle geprüft werden.

Welse, auch Waller oder Schaidfische genannt, sind die größten reinen Südwasserfische Europas. Die Raubtiere werden normalerweise einen bis eineinhalb Meter lang und etwa 15 Kilogramm schwer, allerdings machten sich auch schon einige Exemplare mit bis zu zweineinhalb Metern Länge als "Killer-Waller" einen Namen.

wels
Ein etwa 1,80 Meter langer und 40 kg schwerer Wels, der 2013 in Brandenburg gefangen wurde

Sie sind vorwiegend nachtaktiv und ernähren sich eigentlich von kleineren Fischen, ab und zu auch Wasservögeln oder anderen kleinen Säugetieren. Menschen gehören aufgrund ihrer Größe eigentlich nicht in ihr Beuteschema.

Menschen gehören nicht zur üblichen Beute - doch immer wieder werden vereinzelte Angriffe bekannt

Allerdings werden vereinzelt immer wieder Fälle bekannt, in denen Welse in Flüssen oder Badeseen Schwimmer verletzen. 2008 wurde eine junge Schwimmerin im Schlachtensee im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf vermutlich von einem der Raubfische gebissen, allerdings hinterließ er nur eine oberflächliche Wunde.

Vor vier Jahren wurde in Österreich eine 14-Jährige von einem Wels unter Wasser gezogen, sie konnte sich allerdings mit wildem Strampeln befreien und sich blutend ans Ufer retten.

Kinder und Nichtschwimmer besonders gefährdet

Generell sind vor allem Nichtschwimmer besonders gefährdet, wenn sie von einem Waller unter Wasser gezogen werden, da sie so sehr leicht ertrinken könnten. Unter anderem deswegen sollten Kinder selbst mit Schwimmhilfen nicht alleine in Gewässern unterwegs sein, in denen sie nicht mehr stehen können, raten Experten.

Doch auch erfahrene Angler können Opfer werden: In Ungarn wurde ein österreichischer Fischer von einem 100kg-Exemplar angefallen und unter Wasser gezogen. Im Vergleich dazu können die beiden Angler aus Sachsen-Anhalt wohl froh sein, dass sie mit einem Schrecken durch den Fund davongekommen sind.


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(ca)