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Wohnungseinbrüchen in NRW: Joachim Herrmann gibt der SPD die Schuld

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BURGLER
Ein Einbrecher bei der Arbeit (gestelltes Symbolbild) | Paul Bradbury via Getty Images
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  • Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende erreicht
  • Der Grund dafür sind reisende Banden aus Osteuropa
  • Bayerns Innenminister fordert, Einbrüche zum "Top-Thema" zu machen

Die CSU will offenbar die steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen zum Wahlkampfthema machen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordert angesichts des deutlichen Anstiegs eine "sicherheitspolitische Offensive" für Deutschland.

"Es geht um den Schutz des Eigentums der Bürger und das Vertrauen in den Rechtsstaat", sagte Herrmann der "Welt".

Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat nach der am Montag veröffentlichten Kriminalstatistik in Deutschland den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende erreicht. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 167.136 Fälle registriert - fast zehn Prozent mehr als 2014. Die starke Zunahme geht auf reisende Banden aus Südost- und Osteuropa zurück.

"In NRW wird sechs Mal häufiger eingebrochen als in Bayern"

Herrmann fordert, dass der Staat in der Lage sein müsse, die Bürger zu schützen. Alle 16 Bundesländer seien in der Pflicht. "Die Länder müssen deutlich mehr Polizeistellen schaffen, um den Verfolgungsdruck zu erhöhen."

Zugleich greift Herrmann die Sicherheitspolitik seines nordrhein-westfälischen Kollegen Ralf Jäger (SPD) scharf an.

Dazu passend: Nach Ansicht des BDK nutzen kriminelle Georgier lange Asylverfahren für Einbrüche

"In Nordrhein-Westfalen wird bezogen auf 100.000 Einwohner sechs Mal so häufig eingebrochen wie in Bayern. Solche großen Unterschiede zwischen den Ländern darf es nicht mehr geben", sagte Herrmann.

Die bayerische Polizei habe auf Durchgangsstraßen verstärkt die sogenannte Schleierfahndung praktiziert, also Personen verdachtsunabhängig kontrolliert.

"Es kann nicht sein, dass Länder wie Nordrhein-Westfalen sich 2015 geweigert haben, dieses Mittel anzuwenden. Nach dem Motto, das brauchen wir nicht", kritisierte Herrmann.

"Einbrüche müssen das Top-Thema werden"

Er verlangt, dass alle Länder künftig Schleierfahndung gegen Einbrecher einsetzen und Informationen besser gegenseitig austauschen.

"Einbrüche müssen das Top-Thema auf der Innenministerkonferenz werden", sagte Herrmann. Die Innenminister von Bund und Ländern treffen sich Mitte Juni im Saarland.

Gleichzeitig hat die europäische Polizeibehörde Europol hat zu einem geschlossenen Vorgehen gegen organisierte Diebesbanden aufgerufen.

Nur durch eine gezielte Zusammenarbeit der nationalen Ermittler könnten die reisenden Banden ausgehoben und die Hintermänner festgenommen werden, sagte der Leiter der Abteilung organisierte Eigentumskriminalität, Michael Will, am Montag der Deutschen Presse Agentur in Den Haag.

Die Banden sind "flexibel und schnell"

Die Banden kämen vor allem aus Ost- und Südosteuropa und operierten in ganz Europa, sagte der Experte. "Sie sind sehr flexibel und schnell", sagte Will. Da meist gegen sie nur national ermittelt werde, würden gesamteuropäische Zusammenhänge nicht aufgedeckt.

Im Fall einer rumänischen Bande von Taschendieben, die derzeit in Berlin vor Gericht steht, hatte die Zusammenarbeit europäischer Ermittler mit Europol zum Erfolg geführt.

Die Banden begehen Europol zufolge vor allem Wohnungseinbrüche, Taschendiebstähle oder Kfz-Einbrüche. Wie viele kriminelle Gruppen oder Familien-Clans es gibt, konnte der Experte nicht sagen. "Es gibt ein riesiges Dunkelfeld."

Im vergangenen Jahr seien Dutzende ausgehoben worden.

Mit Material der dpa

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