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Französischer TV-Sender: EgyptAir-Pilot setzte angeblich doch Notruf ab

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EGYPT AIR
Einige Wrackteile und persönliche Gegenstände der Passagiere des verunglückten EgyptAir-Flugs MS804 nordlich von Alexandria, Ägypten. | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Laut dem französischen TV-Sender M6 setzte der Pilot des EgyptAir-Flugs doch einen Notruf ab
  • Der Sender bezieht sich auf einen Bericht von französischen Luftfahrtsbeamten
  • Das widerspricht den offiziellen Informationen der Behörden

Möglicherweise setzte der Pilot des verunglückten EgyptAir-Fluges MS804 doch einen Notruf ab. Das berichtet der französische Fernsehsender "M6", der zur RTL-Gruppe gehört, laut mehreren Medienberichten. Die TV-Station zitiert in ihrem Bericht offizielle Vertreter der französischen Luftfahrt, die jedoch nicht namentlich genannt werden.

Angeblich habe der Pilot Mohamed Said Shoukair eine "Konversation über mehrere Minuten" mit der Luftverkehrskontrolle in Kairo geführt, nachdem das Flugzeug in Schwierigkeiten geriet. Er habe der Flugüberwachung von Rauch erzählt, der sich in vorderen Teilen des Flugzeugs verbreitet habe.

Angeblicher Notsinkflug wegen Rauch eingeleitet

Von einem Rauchalarm kurz vor dem Absturz ist auch in einem Auszug des Datenfunksystems ACARS die Rede, den das Expertennetzwerk "Aviation Herald" am Sonntag veröffentlichte. Die Daten deuten auf eine plötzlich auftretende Rauchentwicklung im rechten vorderen Bereich des Flugzeugs hin.

Laut "M6" habe sich der Pilot als Ergebnis des Anrufs dazu entschlossen, einen Notsinkflug einzuleiten und den Kabinendruck zu senken. So habe er das Flugzeug vom Rauch befreien wollen. Dies erkläre auch den von den Behörden bestätigten rapiden Sinkflug der Maschine.

Ein solcher Notruf würde gegen einen Terror-Anschlag und für einen technischen Defekt sprechen. Im ägyptischem Innenministerium wurde ein Attentat bisher als wahrscheinlichster Absturz-Grund gehandelt.

Der Bericht widerspricht den Behörden

Dieser Bericht steht im Gegensatz zu den offiziellen Informationen der Behörden. Demnach habe es keinen Notruf aus dem verunglückten Flugzeug gegeben.

Die französische Luftfahrtsunfall-Untersuchungsbehörde BEA bestätigte die neuesten Aussagen nicht. Keine derartigen Informationen seien von den ägyptischen Behörden an die drei Vertreter der BEA weitergegeben worden, als diese in Kairo gewesen seien.

Bereits zuvor Verwirrung um einen möglichen Notruf

Direkt nach dem Absturz des Fluges am vergangenen Donnerstag gab es kurzzeitig bereits Verwirrung um die Existenz eines Notrufs. Ein Sprecher der Airline hatte zunächst gesagt, es habe einen Notruf aus dem Airbus gegeben. Das ägyptische Militär bestritt dieses Statement jedoch und EgyptAir zog die Aussage zurück.

Die EgyptAir-Maschine war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Suchmannschaften des ägyptischen Militärs bargen am Freitag erste Trümmerteile. Auch Opfer und persönliche Gegenstände wurden rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria gefunden.


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(lp)