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"Nicht mehr kontrollierbar": Petry teilt erneut heftig gegen den Islam aus

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PETRY
Frauke Petry bei einem Auftritt in München | Joerg Koch via Getty Images
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  • Frauke Petry hat die Muslime in Deutschland erneut scharf angriffen
  • Sie warf ihnen vor, die bürgerlichen Grundrechte in Frage zu stellen
  • Die In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te der Uni­ons-Bun­des­tags­frak­ti­on kritisierte die Aussagen als Hetze

Vor ihrem Treffen mit der Spitze des Zentralrats der Muslime schlägt die AfD-Vorsitzende Frauke Petry scharfe Töne an. Sie warnte in der "Bild am Sonntag" vor einer weiteren Zuwanderung von Muslimen nach Deutschland und Europa: "Wir sehen wesentliche Errungenschaften der Aufklärung in Gefahr, wenn wir diesen Weg der ungeregelten Migration, verbunden mit dem Import eines religiösen Radikalismus weitergehen."

Petry sagte weiter: "Wenn mehr als die Hälfte der Muslime im Zweifel der Scharia den Vorrang vor dem jeweiligen Landesrecht geben, braut sich etwas zusammen, was nicht mehr kontrollierbar ist." Dies stelle die Existenz der bürgerlichen Grundrechte für die Menschen in Europa in Frage.

Frauke Petry: "Frauen lehnen Kopftuch ab"

Die Spitzen der rechtspopulistischen AfD und des Zentralrats der Muslime (ZDM) wollen sich am Montag in Berlin zu einem Gespräch treffen. Anfang Mai hatte die AfD ein Parteiprogramm verabschiedet, in dem es heißt, "der Islam gehört nicht zu Deutschland".

Daraufhin erklärte der ZDM-Vorsitzende Aiman Mazyek, zum ersten Mal seit dem Ende der Nazi-Herrschaft gebe es in Deutschland eine Partei, "die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert und sie existenziell bedroht".

Mazyek sagte der "Welt am Sonntag" vor dem Treffen mit der AfD-Spitze: "Populismus, persönliche Angriffe und Hass sind keine Form des Dialoges, noch ersetzen sie die Kraft der Argumente."

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Petry hatte im Interview mit der "Bild am Sonntag" weiter erklärt: "Weder Mi­na­ret­te noch der Mu­ez­zin­ruf oder die ver­schie­de­nen Ver­schleie­rungs­ar­ten von Frau­en sind ent­schei­dend für die is­la­mi­sche Re­li­gi­ons­aus­übung." Ge­ra­de Frau­en, die sich vom Islam eman­zi­piert hät­ten, lehn­ten das Kopf­tuch rund­weg ab. "Es gibt Mus­li­mas, die es frei­wil­lig tra­gen, bei an­de­ren ist es ein Un­ter­drü­ckungs­sym­bol. Wir haben in der Tat ein Pro­blem damit."

"Die Islamschulen sind mit der Demokratie nicht vereinbar"

Auch dem Islam in Deutschland traut Petry nicht. Sie glaubt, dass viele Imame einen radikalen Islam predigen würden, wie er in Saudi Arabien gelehrt werde. Sie findet, dass die gro­ßen is­la­mi­schen Rechts­schu­len mit der De­mo­kra­tie nicht ver­ein­bar seien.

"So lange keine To­le­ranz ge­gen­über an­de­ren Re­li­gio­nen herrscht und das Ab­schwö­ren vom Islam als to­des­wür­di­ges Ver­bre­chen gilt, ist ihr Islam un­ver­ein­bar", sagte Petry.

Wie die Diskussion zwischen Mazyek und Petry laufen könnte, zeigt ein Streitgespräch, das die "Bild am Sonntag" organisiert hat. Dort diskutierte Petry mit der In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­ten der Uni­ons-Bun­des­tags­frak­ti­on, Ce­mi­le Giou­s­ouf (CDU).

Die machte Petry wegen ihrer scharfen Rhetorik schwere Vorwürfe. "Wenn heute Mo­lo­tow­cock­tails flie­gen, dann ist das ein Pro­dukt Ihrer zün­deln­den Spra­che und Ihrer Po­li­tik, Frau Petry. Wenn Men­schen zu Scha­den kom­men, sind Sie dafür mit­ver­ant­wort­lich!"

Ce­mi­le Giou­s­ouf: "Sie het­zen die Men­schen ge­gen­ein­an­der auf"

Die AfD sei deshalb eine gefährliche Partei. "Sie het­zen die Men­schen ge­gen­ein­an­der auf", sagte sie an Petry gewandt. Giou­s­ouf beobachtet schon länger, dass die Stimmung gegen den Islam in Deutschland kippe. Muslime würden bespuckt, Frauen trauten sich nicht mehr auf die Straße.

Am Ende hatte sie für die AfD einen wenig schmeichelhaften Vergleich übrig: "Sala­fis­ten ent­frem­den Verse aus dem Koran, um die Men­schen zu ma­ni­pu­lie­ren. Ge­nau­so macht die AfD das auch, um zu zei­gen, dass der Islam ab­zu­leh­nen ist."

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