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"Werden sie herunterholen": Sicherheitsexperten berichten über mysteriösen Schriftzug auf EgyptAir-Todesflieger

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EGYPTAIR
Trümmer der abgestürzten EgyptAir-Maschine | Handout . / Reuters
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  • Die Ursachen für den Absturz der EgyptAir-Maschine sind weiter unklar
  • Schmierereien auf dem Rumpf sorgen jetzt für weitere Spekulationen

Auch drei Tage nach dem mysteriösen Absturz der EgyptAir-Maschine über dem Mittelmeer läuft die Suche nach den Flugschreibern weiter. Weder der Flugdatenschreiber noch der Stimmenrekorder seien bislang gefunden worden, hieß es am Samstag aus dem ägyptischen Luftfahrtministerium. Von ihnen erhoffen sich die Behörden Aufschluss über die Absturzursache.

Neue Erkenntnisse haben ergeben, dass an Bord des Fluges MS804 unmittelbar vor dem Absturz ein Rauchalarm ausgelöst wurde. Die Absturzursache sei aber nach wie vor unbekannt, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault.

Derzeit gibt also immer noch mehr Fragen als Antworten, den Flug MS804 betreffend.

Anspielungen auf politische Situation

Zusätzliche Rätsel gibt ein Schriftzug auf, der am Rumpf der Maschine stand. Wie die "New York Times" berichtet, beschmierten Mitarbeiter des Flughafens in Kairo vor zwei Jahren das Flugzeug mit einem Satz: "Wir werden dieses Flugzeug herunterholen."

Allerdings hat der Satz wohl nichts mit dem aktuellen Unglück zu tun. Er sei eher als politische Botschaft an den ägyptischen Machthaber Abdel Fattah el-Sisi gerichtet gewesen. Das Kürzel des Flugzeugs klang phonetisch so wie der bei vielen Ägyptern verhasste Präsident. Außerdem seien wohl Schriftzeichen wie "Verräter" und "Mörder" auf das Flugzeug geschmiert worden.

Zu weiteren Spekulationen trug auch ein Post einer vermeintlichen Stewardess von EgyptAir bei, die kurz nach dem Absturz eine Nachricht auf Facebook postete. Darin beschrieb sie, dass es mit dem Flugzeug schon häufiger Probleme gegeben habe und Reparaturen angemahnt wurden. Der Post verschwand aber schon nach kurzer Zeit wieder. Verifizieren ließ er sich so nicht.

"Keine Möglichkeit bisher ausgeschlossen"

Was dagegen sicher ist: Vor dem Absturz des Flugs MS804 habe das ACARS-System des Flugzeugs eine Rauchmeldung gesendet, hieß es von der französischen BEA. ACARS ist ein digitales Datenfunksystem zur Übermittlung von automatischen Nachrichten zwischen Flugzeugen und Bodenstationen.

Ein Rückschluss auf die Ursache des Unfalls ist der BEA zufolge damit nicht möglich. Dazu müssten die Flugschreiber gefunden und ausgewertet werden. Es werde weiterhin in alle Richtungen ermittelt und keine Möglichkeit ausgeschlossen, sagte der französische Außenminister Ayrault.

Hinweise auf Überlebende gibt es bislang nicht. An Bord der Maschine waren vorwiegend Ägypter und Franzosen; Deutsche saßen der Fluggesellschaft zufolge nicht in dem Airbus.

Plötzlich auftretendes Ereignis

Die EgyptAir-Maschine war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Suchmannschaften des ägyptischen Militärs bargen am Freitag erste Trümmerteile. Auch Opfer und persönliche Gegenstände wurden rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria gefunden.

Das Expertennetzwerk "Aviation Herald" veröffentlichte einen Auszug des Datenfunksystems ACARS, das den Rauchalarm aufgezeichnet hatte. Die Daten deuten auf ein plötzlich auftretendes Ereignis im rechten vorderen Bereich des Flugzeugs hin.

Innerhalb kurzer Zeit seien auch Sensoren an Fenstern auf der rechten Seite, unter anderem im Cockpit, aktiviert worden. Eine Minute nach dem Rauchalarm an der Toilette registrierte das System außerdem Rauch an der Bordelektronik, die sich unter dem Cockpit befindet.

Die Aufzeichnungen lassen darauf schließen, dass der Störfall im Inneren des Flugzeuges auftrat. Als letzte Nachricht schickte das ACARS-System einen Hinweis auf den Ausfall eines Steuerungssystems. Das geschah um 2.29 Uhr Ortszeit - Momente, bevor der Flug MS804 vom Radar verschwand.

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