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Was Computernerds entwickelt haben, könnte die Lebensmittelverschwendung drastisch verringern

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WOMAN FOOD BOX
Mid section of woman holding crate with vegetables | Daniel Grill via Getty Images
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Allein in Deutschland landen jährlich rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel in der Mülltonne. Gleichzeitig leben rund zwölf Millionen Deutsche an der Armutsgrenze.

Einfacher gesagt: Die einen haben zu viele Lebensmittel – die anderen zu wenige und meist auch qualitativ zu schlechte. Wie bringt man also diese beiden Seiten zusammen?

Software bringt Spender und Bedürftige zusammen

Ein Team von Computeringenieuren aus Chicago scheint nun eine Lösung gefunden zu haben.

Sie haben ein Programm entwickelt, das Spender (etwa Restaurantketten, Cafeterien und Supermärkte) mit Non-Profit-Organisationen (wie Suppenküchen, Obdachlosenunterkünften und kostenlosen Nachmittagsbetreuungen) vernetzt.

Ihre Organisation "Zero Percent" (also: "Null Prozent"), versorgt laut eigener Aussage über 80 Non-Profit-Organisationen in Chicago mit Nahrungsmitteln, die ansonsten im Müll gelandet wären.

Über 140.000 Kilo Lebensmittel vermittelt

Innerhalb von zwei Jahren konnten so mehr als 140.000 Kilogramm Lebensmittel vor dem Abfalleimer bewahrt werden.

Das System dahinter: Ein Computerprogramm erfasst, welcher Spender an welchen Tagen welche Nahrungsmittel übrig hat. Auf der anderen Seite können die Einrichtungen eintragen, welche Nahrungsmittel wann benötigt werden.

"Das schwierige an Lebensmittelverschwendung ist die Unregelmäßigkeit", erklärt Rajesh Karmani, einer der Gründer von "Zero Percent“ dazu im Interview mit dem US-Onlinemagazin "CoExist".

An manchen Tagen habe man so zum Beispiel zu viele Bananen - aber zu wenig Brot. Das Programm soll deshalb im Laufe der Zeit Muster erkennen und so noch effizienter werden.

"Win-Win-Situation für alle Beteiligten"

Für die Non-Profit-Organisationen, die die Lebensmittel geliefert bekommen, ist der Service umsonst. Spender zahlen umgerechnet zwischen 50 und 90 Euro im Monat.

Dafür übernimmt "Zero Percent" den Transport. Zusätzlich bietet die Organisation eine "Müll-Analyse" für teilnehmende Spender an, um ihre Lebensmittelverschwendung in Zukunft zu reduzieren.

Außerdem winken für die Unternehmen Steuervorteile am Ende des Jahres. "Wir sehen das als eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", heißt es auf der Website von "Zero Percent".

Tatsächlich scheint das Programm in Chicago gut zu funktionieren. In Zukunft soll die Idee zunächst noch auf weitere amerikanische Großstädte ausgeweitet werden.

Ein System, das sicher auch in Deutschland gut funktionieren könnte. Auch hierzulande steuern bereits diverse Aktionen einer Reduzierung von Lebensmittelverschwendung entgegen - wie das erste Reste-Restaurant Deutschlands, das dieses Jahr in Berlin eröffnete.

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