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Merkel kritisiert "Freude am Scheitern" beim Flüchtlingspakt

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German Chancellor Angela Merkel attends the opening of the Europa Experience exhibition in the European House in Berlin, Germany, May 12, 2016. REUTERS/Hannibal Hanschke | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Kanzlerin Merkel wirft Kritikern vor, sie wünschten sich ein Scheitern des EU-Türkei-Deals
  • Merkel reist am Sonntag zu einem UN-Nothilfegipfel in die Türkei

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" befremdet über Kritiker, die immer wieder das Scheitern des EU-Flüchtlingspaktes mit der Türkei vorhersagten. "Was mich irritiert, ist, dass ich manchmal fast so etwas wie eine Freude am Scheitern beobachte", sagte die CDU-Vorsitzende.

Namen nannte Merkel nicht. Allerdings hatte sich unter anderem CSU-Chef Horst Seehofer mehrmals skeptisch über das Abkommen mit der Türkei geäußert.

Merkel setzt auf Erfolg des Abkommens

Ihr Politikverständnis sei anders, sagte Merkel: "Ich will etwas zum Gelingen beitragen." Das sei oft genug sehr mühsam und dauere lange.

Verständnis äußerte Merkel dagegen für Kritik an den Verhältnissen in der Türkei. Das Machtstreben des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beunruhigt viele in Europa. Fast täglich gibt es neue Hiobsbotschaften für die Demokratie in der Türkei. Mal werden kritische Journalisten verhaftet, mal soziale Netzwerke lahmgelegt, mal wird die Immunität von einem Viertel der Parlamentarier aufgehoben, mal drängt Erdogan seinen einzigen ernstzunehmenden parteiinternen Kritiker aus dem Amt ...

Merkel reist an diesem Sonntag zu einem Kurzbesuch nach Istanbul, um an einem UN-Nothilfegipfel teilzunehmen. Am Montag ist zudem ein Treffen mit Tayyip Erdogan geplant. Thema dürfte vor allem die Umsetzung des umstrittenen Flüchtlingspaktes sein.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.


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(ben)