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"Lady Dynamite": Darum geht's in der neuen Comedy-Serie

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Maria Bamford spielt die Hauptrolle in

Psychische Krankheiten zählen nach wie vor zu den Tabu-Themen. Wenn jemand an einer Depression leidet, soll es keiner erfahren. Wenn jemand eine bipolare Störung hat, will man es vertuschen. Stand-Up-Comedian Maria Bamford (45, "Stuart Little 2") wagt sich mit ihrer neuen Comedy-Serie nun an dieses Thema heran. Sie selbst wurde als bipolar diagnostiziert, genau wie ihre Rolle Maria, die sie in "Lady Dynamite" verkörpert. Kann man dieses Thema komödiantisch inszenieren, ohne die Betroffenen zu verletzen oder ins Lächerliche zu ziehen?

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Die Antwort ist, ja, man kann. Denn in Maria Bamfords Leben kann so ziemlich alles passieren und das macht die Comedy-Serie zu etwas Besonderem. Es kommt nicht oft vor, dass Frauen über 40 der Star einer Comedy-Serie sind. Meistens fungieren sie als Sidekick oder als exzentrische Mutter. Daher ist "Lady Dynamite" eine willkommene Abwechslung im dicht gedrängten Comedy-Fahrstuhl. Maria Bamford ist 45 Jahre alt und der Star der Serie. Ihre Rolle Maria hat alles erreicht im Leben, eine eigene TV-Show und vieles mehr und erleidet dann einen mentalen Zusammenbruch.

Ein bisschen manisch und verrückt

Die große Frage: Was passiert nun? Sie versucht, einen Weg zurückzufinden. In einer Folge will sie sich zurück in die Dating-Welt stürzen, in einer anderen spielt sie in einer rassistischen Sitcom mit. Es werden wirre Szenarien gezeigt, zum Beispiel verwandelt sich ihr Manager in ein Lamm. Die Serie wirkt ein bisschen manisch, ein bisschen verrückt. So wie Maria Bamford sich selbst eben sieht. Man hat das Gefühl, die Menschen wollen immer mehr erreichen: Mehr Geld, mehr Erfolg, mehr Macht. Maria kommt zu der Erkenntnis, dass weniger manchmal mehr ist.

Lachen muss man aber trotzdem, auch wenn der Humor zuweilen ätzend sein kann. "Lady Dynamite" ist eine Serie, die bewegt. Es geht um eine verzweifelte Frau, die versucht, wieder Anschluss zu finden. Die darin enthaltene Kritik an den Medien wirkt hier und da plump. Doch es wird eine wichtige Frage gestellt: Ist die Frau verrückter, die mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, oder sind es die kulturellen Normen, die sie erst krank gemacht haben? Die Antwort ist so beunruhigend, dass man nur lachen kann.