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Dunja Hayali postet Hass-Brief: Das sind die Reaktionen

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Journalistin Dunja Hayali vor der Verleihung der Goldenen Kamera 2016 im Februar in Hamburg

Breiter Zuspruch für Dunja Hayali (41): Am Donnerstag veröffentlichte die Moderatorin und Journalistin einen an sie adressierten und von ihr korrigierten Hass-Brief auf ihrer Facebook-Seite. Das Netz steht Hayali nun mit vielen aufbauenden Worten zur Seite. Hayali hatte zu dem Bild des zweiseitigen Briefes geschrieben: "Lieber Lawrence von Arabien, ich hätte Ihnen gern privat geantwortet, aber ohne Absender war mir das nicht möglich. Deshalb antworte ich Ihnen nun öffentlich. Dass Sie "gesetzestreu" und "hochqualifiziert" sind, würde ich jetzt mal ganz vorsichtig anzweifeln. Mit allem anderen haben Sie natürlich recht. Grüße aus dem Großstadtdschungel, Nofretete".

In dem Brief bedient sich "Lawrence von Arabien" an Vulgärsprache und feuert Hasstiraden gegen Hayali, er beschimpft die Journalistin mit grauenerregenden rassistischen Äußerungen. Zudem wimmelt der Brief nur so von Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Die hat die ZDF-Moderatorin mit einem Rotstift vor der Veröffentlichung markiert.

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So kommentieren die Facebook-User

Auf Facebook erhält Hayali für ihren mutigen Schritt nun viel Zuspruch: "Hut ab, Frau Hayali", lautet etwa ein Kommentar. Ein anderer: "Danke fürs Posten! Manche Dinge ahnt man ja nicht einmal....." Eine Nutzerin schreibt: "Die Reaktion ist genial", manch andere User fragen Hayali aber auch, warum sie auf solch eine "Junk-Mail" überhaupt Energie verwende. "Ignorieren, wegwerfen", so der Ratschlag.

Für manche Facebook-Nutzer ist der Post offenbar so absurd, dass sie an seiner Echtheit zweifeln. "Kann das nur für schlechte Satire halten", heißt es zum Beispiel. Ein Kommentar bringt auch den grauenhaften Umgang mit der deutschen Sprache auf den Punkt: "Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieses Schreiben in allen Teilbereichen der Korrektur durchgefallen ist..."

"Glauben die wirklich, dass sie damit etwas verändern?"

Hayali selbst will weiterhin nicht tatenlos zusehen, wie ihr geschieht. Solche Hass-Briefe verletzten sie mal mehr, mal weniger, sagte sie nun der "Bild"-Zeitung. "Aber solange diese Postings nicht aufhören, höre ich nicht auf, mich auf unterschiedliche Art und Weise zu wehren." Sie frage sich zudem, was die Verfasser damit bezwecken wollten. "Glauben die wirklich, dass sie damit etwas verändern? Geschweige denn mich?"

Woher solche Worte rührten, wüsste sie nicht, Hayali vermutet aber: "Frust, Langeweile, Wut, Unzufriedenheit mit sich und der Welt." Die beste Waffe gegen Rassismus sind laut der Journalistin "Bildung, Begegnungen, Bildung!" Klagen werde sie gegen den Verfasser des Briefes allerdings nicht, sagte sie dem Blatt.