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Unsichtbare Bedrohung: Superbakterien könnten bald alle drei Sekunden einen Menschen töten

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BAKTERIA
Superresistente Bakterien gefährden die Menschheit | CreVis2 via Getty Images
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Die Entdeckung des Antibiotikums im Jahre 1928 durch Alexander Fleming gilt als eine der größten Revolutionen der modernen Medizin. Zahllose Infektionen, die vorher tödlich für die meisten Patienten endeten, konnten plötzlich behandelt werden: Lungenentzündung, Blutvergiftung und sämtliche bakterielle Infektionen.

Was damals wohl noch niemand ahnte: Das Wunderkind der Medizin hat sich im 21. Jahrhundert zum echten Problemfall entwickelt. Denn Experten fürchten den Anbruch der Post-Antibiotika-Ära - einer Zeit, in der die Medizin gegen bakterielle Infektionen machtlos sein wird.

Jährliche zehn Millionen Tote durch Antibiotika-Resistenz

Laut einem Bericht der unabhängigen Fachzeitschrift "Review on Antimicrobial", der vom britischen Premierminister in Auftrag gegeben wurde, werden 2050 jährlich zehn Millionen Menschen aufgrund von Antibiotika-Resistenz sterben. Das bedeutet: Alle drei Sekunden verliert jemand deswegen sein Leben.

Der Ökonom und Leiter der Studie Lord Jim O'Neil sagt gegenüber BBC: "Wir müssen auf verschiedene Art und Weise die Welt darüber aufklären, warum es wichtig ist, Antibiotika nicht wie Süßigkeiten zu konsumieren."

Bakterien entwickeln rasante Resistenz

Das Problem ist: Seit den 1980er-Jahren wurden keine neuen Antibiotika entdeckt und die Resistenz gegenüber dem Medikament nimmt rasant zu.

Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2014 konnten Wissenschaftler den Erreger einer Harnweginfektion vor 35 Jahren noch problemlos mit dem gerade eingeführten Fluorchinolone bekämpfen. Heutzutage wirkt das Antibiotika bei nicht einmal der Hälfte aller Patienten weltweit.

Problemlose Eingriffe und Behandlungen wie Hüftoperationen, Krebsbehandlungen und Geburten werden damit lebensbedrohlich. Selbst das Carbapeneme-Antibiotika der dritten Generation - das aktuell stärkste - ist bei der Hälfte aller Patienten wirkungslos, so der Bericht.

Eine Milliarde Dollar Belohnung für neue Entdeckungen

Das Schweizer World Economic Forum sucht gemeinsam mit insgesamt 80 Unternehmen und Konzernen nach Lösungsansätze.

So soll es eine Revolution im Umgang mit Antibiotika geben. Konkret soll das Medikament nur noch in bestimmten Fällen eingesetzt werden. Die Entwicklung von Impfstoffen und alternativen Medikamenten soll verstärkt vorangetrieben werden. Große Mengen an Antibiotika in der Landwirtschaft sollen künftig vermieden werden.

Und: Pharmakonzerne sollen eine Belohnung von einer Milliarde US-Dollar erhalten, wenn sie ein neues Antibiotikum entdecken.

Zudem soll weltweit der Zugang zu sauberem Wasser gesichert und ein globaler Investmentfund in der Höhe von zwei Milliarden US-Dollar zur frühen Erforschung der Stadien eingerichtet werden. Für Lord Jim O'Neil ist die Lage klar: "Wenn wir das Problem nicht lösen, schlittern wir in ein dunkles Zeitalter, in dem viele Menschen sterben werden."

Die superresistenten Bakterien sind ein weltweites Problem, das sowohl dritte Weltländer als auch die westliche Welt betrifft. Wird nicht bald eine Lösung gefunden, können die Folgen verheerend sein.

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(lk)