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Bundesdrogenbeauftragte fordert Rauchverbot im Auto

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CIGARETTE CAR
aerogondo via Getty Images
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  • Die Bundesdrogenbeauftragte forciert ein Rauchverbot im Auto
  • So sollen vor allem Kinder als Passivraucher geschützt werden
  • Zunächst will sie Eltern aber mit einer Kampagne auf die Risiken aufmerksam machen

Die Zeiten, in denen das Rauchen zum guten Ton gehörte und Schauspieler in Filmen stets mit Zigarette in der Hand zu sehen waren, sind längst vergangen. Mit Helmut Schmidt ist zum Ende 2015 auch ein öffentliches Raucher-Idol gestorben. Zu seiner Zeit durfte im Bundestag, in öffentlichen Gebäuden sowie im Zug noch gequalmt werden.

Seitdem stehen Aufklärung über die hohen Gesundheitsrisiken, Einschränkung von Werbung der Tabaklobby und der Schutz der Nichtraucher politisch im Vordergrund. Seit 2007 darf in Bundeseinrichtungen und den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr gequalmt werden, seit 2008 herrscht auch in der Gastronomie bundesweit Rauchverbot - ausgenommen Raucherbereiche und -lokale in vielen Bundesländern.

Nach Einführung der Schockfotos gegen das Rauchen noch diesen Monat will die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, als Nächstes gegen das Qualmen im Auto vorgehen. Die CSU-Bundestagsabgeordnete will das Rauchen beim Autofahren verbieten oder zumindest ächten.

Eu-Beschränkungen seien nicht ausreichend

"Ich kann mir ein Verbot gut vorstellen“, sagte sie der "Wirtschaftswoche". "In anderen Ländern wird das auch angestrebt.“ Damit sollen Kinder vor schädlichem Qualm geschützt werden. Im Sommer möchte Mortler zunächst "eine Kampagne starten, damit Väter und Mütter sensibilisiert werden, nicht im Auto zu rauchen“.

Die ab 20. Mai EU-weit geltenden Beschränkungen für Tabak sind aus Sicht Mortlers nicht ausreichend. Dann werden auch deutsche Rauchern auf den Päckchen Aufnahmen von verfaulten Zähnen oder Raucherlungen gezeigt. Zwei Drittel der Vorder- und Rückseite einer Zigarettenschachtel werden künftig mit den Bildern und Warnhinweisen bedeckt sein.

"Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko bei uns“, sagte die Bundesbeauftragte, die mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) arbeitet. "In Deutschland ist die Gesetzgebung bisher deutlich lockerer als in anderen Ländern.“

EU-Vergleich: Mancherorts drohen hohe Strafen und Gastronomieschließungen

In Dänemark und selbst in Frankreich gilt ein uneingeschränktes Rauchverbot in der gesamten Gastronomie. Geldbußen von bis zu 3000 Euro drohen in Irland, wenn man in einem Restaurant oder Pub zur Zigarette greift.

Bei den Norwegern wird dagegen der Betreiber zur Rechenschaft gezogen. Bei wiederholtem Verstoß gegen das Anti-Tabak-Gesetz droht dem Gastronom die Schließung des Lokals.

Rauchen in der Wohnung ist erlaubt

In Deutschland sind die Rauchverbote als Teil des Gesundheitsschutzes Ländersache. Während in Brandenburg, Berlin oder Baden-Württemberg noch Raucherlokale zulässig sind, gibt es in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Saarland keine Ausnahmen für die Gastronomie.

Im privaten Bereich vom eigenen Haus bis zur Mietwohnung ist Rauchen dagegen grundsätzlich erlaubt. Darüber, ob im Auto nicht dieselben Regeln gelten sollten und ein Rauchverbot dieses Recht verletzen würde, wird bei einem möglichen Gesetzesvorstoß sicher noch viel diskutiert werden.

Bis dahin soll nun Mortlers Kampagne Eltern von sich aus zur Vernunft bringen, nicht im Auto zu rauchen - zumindest, wenn ihre Kinder mitfahren.

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(lk)