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Nur 2 Nordafrikaner erhielten im vergangenen Jahr Asyl in Deutschland

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REFUGEES LAGESO
Nur 2 Nordafrikaner erhielten im vergangenen Jahr Asyl in Deutschland | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Nur zwei Bürger aus nordafrikanischen Staaten erhielten 2015 in Deutschland Asyl
  • Dem gegenüber stehen über 2000 Asylanträge von Migranten aus dem Maghreb
  • Am Freitag wurden Marokko, Tunesien und Algerien zu sicheren Herrkunftsländern erklärt

Asylbewerber aus den Maghreb-Staaten Tunesien, Algerien und Marokko haben eine verschwindend geringe Anerkennungsquote. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke für die Linke-Fraktion im Bundestag hervor, die der Zeitung "Die Welt“ vorliegt.

Lediglich zwei Nordafrikaner haben im vergangenen Jahr in Deutschland Asyl gewährt bekommen. 53 nordafrikanischen Asylbewerbern wurde zudem Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention oder subsidiärer Schutz zugesprochen oder ein Abschiebungsverbot festgestellt.

Irreguläre Migranten werden bislang selten abgeschoben

Dieser Zahlen stehen die 2.605 Asylanträge von Bürgern der drei Maghreb-Staaten gegenüber, die im Verlaufe des Jahres beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eingingen.

Trotz der Anerkennungsquote von weit unter einem Prozent halten sich noch zahlreiche "irreguläre“ Migranten aus Marokko, Algerien und Tunesien in Deutschland auf. Insgesamt sollen im Jahre 2015 26.000 Bürger aus diesen Staaten eingereist sein.

Die Zeitung "Die Welt“ gibt unter Berufung auf das Innenministerium an, lediglich 57 Maghreb-Bürger wurden in ihre Heimatländer abgeschoben. Außerdem soll es zu 96 Rückführungen in andere Länder gekommen sein.

Kritik an Gesetz zu "sicheren Herkunftsstaaten"

Am vergangenen Freitag hat der Bundestag mit großer Mehrheit die Einstufung Marokkos, Tunesiens und Algeriens als sichere Herkunftsstaaten beschlossen. Die neue Regelung ist hoch umstritten.

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisieren, Menschenrechtsverletzungen seien in den drei Staaten an der Tagesordnung. Zudem ändert die Einstufung auch am Weiterbestehen des Individualrechts auf Asyl nichts. Die Zahl von Einreisenden aus Nordafrika ist gemessen am gesamten Flüchtlingsvolumen weiterhin klein.

Kritiker werfen der Bundesregierung vor, mit der Benennung der neuen sicheren Herkunftsstaaten lediglich die eigene Bevölkerung beruhigen zu wollen, die – insbesondere im Zuge der Kölner Silvestervorfälle – zunehmend skeptisch auf Zuwanderung nordafrikanischer Migranten blickt.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.


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(bp)