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EgyptAir-Flug MS804 abgestürzt: Das ist bisher über die Unglücks-Maschine bekannt

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  • Eine Maschine von Egyptair ist am Donnerstag auf dem Weg nach Kairo abgestürzt
  • Suchtrupps fanden laut EgyptAir das Wrack des Flugzeugs nahe Griechenland
  • Griechenland dementiert diese Berichte jedoch
  • Ägypten hält einen Terroranschlag für wahrscheinlich
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Ein Flugzeug von EgyptAir, das am frühen Donnerstagmorgen in Kairo landen sollte, ist auf dem Weg von Paris nach Kairo abgestürzt. Die Airline bestätigte, das Wrack sei nahe Griechenland gefunden worden. Griechenland jedoch dementierte diese Berichte am Donnerstagabend.

Auch über die Ursache gibt es bislang keine gesicherten Informationen. Die Blackbox, die Aufklärung verschaffen könnte, wurde bislang nicht geortet.

Das sind weitere Erkenntnisse nach dem Unglück:

1. Was ist passiert?

Eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft Egypt Air ist am heutigen Morgen über dem Mittelmeer abgestürzt. Es handelt sich um den Flug MS804, der den Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle um 23.09 Uhr verlassen hatte und auf dem Weg nach Kairo war.

egypt air

Die Maschine sei um 02:45 Uhr 280 Kilometer vor dem ägyptischen Festland vom Radar verschwunden, meldete Egypt Air. Zu dem Zeitpunkt habe sie sich bereits im ägyptischen Luftraum befunden, in einer Höhe von 37.000 Fuß, umgerechnet 11.277 Meter.

Die vermisste Passagiermaschine von Egypt Air ist nach Angaben eines Vertreters der griechischen Zivilluftfahrt vor der griechischen Ferieninsel Karpathos abgestürzt.

Auch das ägyptische Luftfahrtministerium hatte gegenüber der Nachrichtenagentur AP bereits zuvor bestätigt, dass das Flugzeug abgestützt sei.

Die Ursachen für den Absturz sind noch unklar. Die ägyptischen Behörden suchten nun nach dem Flugzeug. An der Suchaktion beteiligen sich auch Griechenland und Frankreich.

2. Kann es sich um einen Terror-Akt handeln??

Der ägyptische Premierminister Sherif Ismael erklärte, es sei noch zu früh darüber zu spekulieren, was mit dem Flugzeug passiert ist. Er könne jedoch nicht ausschließen, dass es sich um einen terroristischen Akt handele.

Der frühere Direktor der französischen Untersuchungsbehörde BEA, Jean-Paul Troadec, sagte laut der britischen "Sun“, er gehe davon aus, dass mit "ziemlicher Sicherheit" ein Anschlag stattgefunden habe.

Aussagen des griechischen Verteidigungsministeriums befeuern diese Spekulationen. Verteidigungsminister Panos Kammenos erklärte: "Das Flugzeug machte eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15 000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10 000 Fuß" - umgerechnet rund 3000 Meter.

Zur ganzen Geschichte: EgyptAir-Flugzeug abgestürzt: Maschine vor griechischer Insel verunglückt

Das rasche Fallen könnten auf eine Explosion hindeuten. Die abrupten Richtungswechsel legen allerdings ein andere Szenario nah. BBC-Sicherheitsexperte Frank Gardner erklärte: "Es könnte auf irgendeine Art der Störung im Inneren des Cockpits hindeuten, in die Passagiere, Crew-Mitglieder oder beide involviert waren."

Ebenfalls brisant: Das Flugzeug setzte keinen Notruf ab. Hätte es einen technischen Defekt gegeben, wäre es die normale Vorgehensweise für den Piloten, diesen zu melden.

Der Chef der ägyptischen Behörde für zivile Luftfahrt, Ehab Mohy el-Deen, sagte laut der britischen Zeitung „Mirror“: „Sie sind einfach verschwunden.“

Ägypten geht daher ebenfalls eher von einem Terroranschlag als von einem Unglück aus. Die Umstände wiesen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags wesentlich höher sei als ein technischer Fehler, sagte Ägyptens Luftfahrtminister Scherif Fathi am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Kairo.

Ägypten in den vergangene Monaten mehrfach Ziel von Anschlägen

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Maschine mit dem Ziel Ägypten Ziel eines terroristischen Anschlags würde. In den vergangenen Monaten gab es im Zusammenhang mit Ägypten mehrere aufsehenerregende Vorfälle im Flugverkehr. Erst Ende März entführte ein Mann mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels eine Egypt-Air-Maschine nach Zypern. Niemand wurde verletzt.

Ende Oktober war ein russischer Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen getötet wurden, hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Die Bombe soll damals aus einer leeren Softdrink-Dose gebaut worden sein.

Bisher hat sich der IS über die sozialen Kanäle jedoch nicht zu MS804 geäußert.

3. Was weiß man über die Menschen an Bord?

CNN berichtet, dass 66 Menschen an Bord des Airbus A320 waren, darunter 56 Passagiere. Drei seien Kinder gewesen.

Egypt Air hat bereits eine Liste mit den Nationalitäten der Passagieren veröffentlicht: 30 von ihnen waren Ägypter, 15 Franzosen, zwei Passagiere Iraker. Die restlichen Menschen an Bord sollen aus Großbritannien, Belgien, Kuwait, Saudi-Arabien, dem Sudan, dem Tschad, Portugal, Algerien und Kanada stammen.

Wie die "New York Times" berichtet, waren drei Sicherheitsleute unter den Passagieren des Flugzeugs. Dies sei seit den Vorfällen im vergangenen Herbst das normale Prozedere der Airline.

Mit Material der dpa

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