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"Präsident der Lügen": Felix Baumgartner hetzt gegen Hofer-Gegenspieler Van der Bellen

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BAUMGARTNER
Der Extremsportler Felix Baumgartner unterstützt die rechte FPÖ | dpa
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  • Felix Baumgartner wettert auf Facebook gegen den Grünen Van der Bellen
  • Der Extremsportler unterstützt in der österreichischen Präsidentenwahl offen den rechten Kandidaten Hofer
  • Mit dieser Meinung steht er aber ziemlich alleine da: Ein Großteil der österreichischen Prominenten stellt sich hinter Van der Bellen

Der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner hat über seinen Facebook-Kanal den Bundespräsidentschafts-Kandidaten Alexander Van der Bellen attackiert. Er bezeichnete den ehemaligen Grünen-Chef als "Rechtfertigungsakrobaten" und "Scheinheiligen".

Baumgartner, der offen den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer unterstützt, stört sich vor allem an Van der Bellens EU-freundlicher Haltung. Van der Bellen sei ein "Präsident der Lügen", dem die EU wichtiger sei als das eigene Land.

Auch dass EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Van der Bellen unterstützt, missfällt ihm. Stichhaltige Beweise für seine Anschuldigungen liefert der Sportler jedoch nicht - und macht sich damit mit seinen Posts mehr lächerlich als dass er damit ernst zu nehmen ist.

Baumgartner greift Van der Bellen persönlich an

Letztlich wird Baumgartner in seinen Angriffen auch persönlich: Van der Bellen brauche immer lange, um auf Fragen zu antworten, ätzt er. "Entweder ist es das Alter oder der jahrzehntelange Konsum von Zigaretten, welche bei VdB Spuren hinterlassen haben", folgert der Sportler daraus für sich über den 72-jährigen Wirtschaftsprofessor.



Bereits zuvor war Felix Baumgartner immer wieder durch Facebook-Postings aufgefallen, in denen er die Regierung als "Idioten" bezeichnet hatte, von einer "gemäßigten Diktatur" sprach sowie gegen die Flüchtlingspolitik hetzte. Auch fordert er seine Fans direkt auf, bei der Stichwahl zum österreichischen Präsidenten für den rechten Kandidaten Norbert Hofer zu stimmen.

Der Extremsportler hat auf Facebook über 1,5 Millionen Fans und eine dementsprechend große Reichweite - auch über österreichische Grenzen hinaus.



Großteil der österreichischen Prominenten unterstützt Van der Bellen - auch Christoph Waltz

Mit seiner Meinung steht Baumgartner unter den österreichischen Prominenten allerdings ziemlich alleine da. Die Unterstützerseite des Wirtschaftsprofessors Van der Bellen liest sich wie ein "Who is Who" der gehobenen österreichischen Promi-Szene.

Praktisch alle bekannten Gesichter aus Theater, Fernsehen und Literatur stehen hinter dem Links-Liberalenn. Neben Christine Nöstlinger, Harald Krassnitzer und Josef Hader sprachen sich auch Koryphäen wie Christoph Waltz und Reinhold Messner für den Ex-Grünen aus.

Sie alle wollen den großen Rechtsruck Österreichs verhindern. Schauspieler Elyas M'Barek will sogar seinen österreichischen Pass loswerden, sollte Hofer die Wahl die gewinnen.

front gegen hofer

Am Sonntag wird zu den Wahlurnen gebeten

6,4 Millionen Wähler können am kommenden Sonntag in Österreich bestimmen, wer das höchste Amt in der Alpenrepublik für die nächsten sechs Jahre bekleidet. Amtsinhaber Heinz Fischer scheidet nach zwölf Jahren verfassungsgemäß aus.

Der gelernte Flugzeugtechniker Norbert Hofer (45) von der rechten FPÖ geht nach seinem hohen Sieg bei der ersten Wahl als Favorit in die Stichwahl. Am 24. April hatte Ex-Grünen-Chef Van der Bellen 21,3 Prozent der Stimmen hinter sich, Hofer kam auf 35,1 Prozent.

Gelingt dem 45-Jährigen Hofer erneut eine solche Mobilisierung trennt ihn nur ein sehr schmaler Graben vom Einzug in die Hofburg. Es wäre europaweit einer der bis dato größten Coups der Rechtspopulisten.

Gegenkandidat Van der Bellen versucht dies zu verhindern, indem er parteiübergreifend wirken und Nicht-Wähler mobilisieren will. "Jeder, der mich nicht leiden kann, aber Hofer vielleicht noch weniger leiden kann, den bitte ich, zur Wahl zu gehen und am 22. Mai ein Auge zuzudrücken", sagte er wenige Tage vor der Stichwahl.

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(lk)