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EM 2016: Geheimdienst warnt vor neuer Terror-Strategie des IS

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TERRO STADE DE FRANCE
Polizisten vor dem Stade de France in der Nacht des Anschlags vom 13. November 2015 | ASSOCIATED PRESS
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  • Der französische Geheimdienst warnt vor konkreten Anschlagsplänen des IS auf die EM2016
  • Demnach soll die Terrormiliz eine neue Form von Anschlägen planen

Nicht nur die Fußballteams bereiten sich auf die im Juni beginnende Europameisterschaft in Frankreich vor - sondern auch die Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

Gestern wurde Abschrift eines Treffens des Verteidigungsausschusses des französischen Parlaments am 10. Mai veröffentlicht. Darin warnt der Chef des französischen Inlandsgeheimdienstes, Patrick Calvar, vor konkreten Anschlagsplänen des IS. Die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP berichten darüber.

"Wir wissen, dass der Islamische Staat neue Attacken plant"

Geplant sei eine "neue Form des Angriffs", sagte Calvar. "Ganz klar ist Frankreich am stärksten bedroht und wir wissen, dass der Islamische Staat neue Attacken plant."

Statt Selbstmord-Angriffen mit Sprengstoffgürteln und Kalaschnikows sollen Sprengsätze an Orten mit großen Menschenansammlungen platziert werden. Durch Wiederholungen solcher Anschläge solle maximale Panik erzeugt werden. Woher Calvar diese Informationen hat, geht aus der Abschrift nicht hervor.

Dazu passend: Terrorexperten warnen - die Attacken in Paris waren nur der Anfang

Calvar zufolge hat der IS die Möglichkeiten dazu. Derzeit hielten sich 645 Menschen aus Frankreich in Syrien oder dem Irak auf. Davon würden 400 als Kämpfer gelten.

Terror-Verdächtigter soll Anschläge auf die EM geplant haben

Nach Angaben von Reuters sagte Calvar über den IS: "Er ist in einer Lage, in der er versuchen wird, so hart und so schnell wie möglich zuzuschlagen."

"Er steht vor militärischen Schwierigkeiten am Boden und wird daher versuchen, Aufmerksamkeit davon wegzulenken und Luftangriffe der Koalition zu rächen", so der Geheimdienst-Chef.

Der im Zusammenhang mit den Brüsseler Terroranschlägen verhaftete Terrorverdächtige Mohamed Abrini soll zwei unbestätigten Medienberichten zufolge die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich als Ziel genannt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist er der gesuchte "Mann mit dem Hut", den Überwachungskameras mit den beiden Selbstmordattentätern vom Brüsseler Flughafen filmten.

Spezialeinsatzkommandos schützen die Fußball-Teams

Auch bei den Organisatoren der EM 2016 hat man die Gefahr erkannt. Die 24 Teams bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich werden jeweils durch fünf Beamte eines Spezialeinsatzkommandos geschützt. Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung". Das Blatt beruft sich dabei auf Mitglieder des Bundestag-Sportausschusses.

Die deutsche Nationalmannschaft werde zudem durch eigene Sicherheitskräfte geschützt, dazu zählten Beamte des Bundeskriminalamtes.

Auf einer Sitzung am 11. Mai hätten der Chef des EM-Organisationskomitees, Jacques Lambert, und Wolfgang Lohmann, Inspekteur der Bereitschaftspolizeien der Länder im Bundesinnenministerium, vor dem Parlamentsgremium berichtet.

"Bedroht sind nicht nur die Mannschaften, die Mannschaftsquartiere und die Spielorte. Es könnte in Frankreich überall etwas passieren. Deshalb darf man sich auch nicht auf einzelne Spiele fokussieren, die besonders sensibel wären", sagte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer, der Zeitung.

Er glaube aber nicht, "dass die deutsche Mannschaft nach den Ereignissen vom 13. November stärker gefährdet ist als andere Mannschaften". An jenem Tag gab es in Paris eine Terror-Anschlagserie mit 130 Todesopfern.

Mit Material der dpa

(jkl)

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