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Donald Trump: Sein unsäglicher Umgang mit Frauen

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Donald Trump spricht in Missouri - seine öffentlichen Aussprüche gegenüber Frauen könnten ihn jetzt in Schwierigkeiten bringen

Donald Trump und die Frauen - ein Kapitel, das ihn seine politische Karriere kosten könnte. Der selbsternannte Frauenversteher pflegt gemeinhin mit dem weiblichen Geschlecht einen rüpelhaften primitiv-sexistischen Umgang. Trump findet das lustig. Er sei eben ein lupenreiner Macho, glaubt der 69-Jährige. In Wahrheit verhält er sich wie die Axt im Walde.

Die "New York Times" hat jetzt auf den Mann, der für die Republikaner US-Präsident werden will, eine publizistische Breitseite abgefeuert, die Trump ernsthaft in Schwierigkeiten bringen könnte. In einem Bericht kommen 15 Frauen zu Wort, die von Trumps rüden und teilweise menschenverachtenden Frauenbild zeugen.

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"Ich dachte: ,Oh mein Gott, widerlich'"

Seine ehemalige Freundin, das frühere Model Rowanne Brewer Lane, berichtet, wie sie den Milliardär kennen lernte. Es war Anfang der 90er-Jahre, sie war 26, er 44. Brewer hatte eine Einladungen zu einer Poolparty bei Trump bekommen. Weil sie keinen Bikini dabei hatte, gab er ihr einen. Nachdem sie sich umgezogen hatte, ging er mit ihr zum Pool zurück und rief den anderen Gästen zu: "Das ist mal ein umwerfendes Trump-Mädchen, meint ihr nicht?"

Trump war Jahre lang Chef verschiedener Schönheitswettbewerbe. Temple Taggart, die als Miss Utah teilnahm, erinnert sich, wie sich der damals 50-Jährige ihr vorgestellt hatte, sie war gerade 21 Jahre alt: "Er küsste mich einfach auf die Lippen. Ich dachte: ,Oh mein Gott, widerlich.'" Taggart erzählt weiter: "Er war damals noch mit Marla Maples verheiratet. Das hinderte ihn nicht daran, auch andere gerade volljährig gewordene Mädchen auf den Mund zu küssen. Völlig daneben."

Miss California 2009, Carrie Prejean, nahm als ebenfalls 21-Jährige an Trumps Wettbewerb teil. Sie sah, wie er die Miss Alabama ansprach: "Komm mal her." Er soll sie gefragt haben: "Wer ist die schönste Frau hier?" Das Mädchen habe geantwortet: "Sie meinen abgesehen von mir? Uh, mir gefällt Miss Arkansas. Sie ist süß." Trump: "Ob sie süß ist oder nicht, ist mir egal. Ich will wissen: Ist sie scharf?"

Hetze gegen Megyn Kelly und andere TV-Persönlichkeiten

Donald Trump, in seiner dritten Ehe mit dem ehemaligen Model Melania Trump (45) verheiratet, liebt es offenbar geradezu, Frauen unter dem Gejohle seiner Anhänger zu beleidigen. Die Schauspielerin Rosie O'Donnell (54, "Beautiful Girls") bezeichnete er als "fett" und "hässlich". In seiner Sendung "The Celebrity Apprentice" sagte er zu einer Kandidatin: "Es muss ein schönes Bild sein, wenn du auf die Knie gehst", wie die "New York Times" schreibt.

Über die Moderatorin Megyn Kelly (45), die ihn bereits im Sommer 2015 während einer TV-Debatte mit seinen frauenverachtenden Aussprüchen konfrontiert hatte, schimpfte er im Anschluss gegenüber "CNN": "Aus ihren Augen kam Blut heraus, überall kam Blut heraus." Und über die Oberweite der Schauspielerin Carmen Electra (44, "Date Movie") ließ er sich in Howard Sterns Radio-Show wie folgt aus: "Dieser Busen-Job ist furchtbar, sie sehen aus wie zwei Laternenpfähle, die aus einem Körper herausragen."

Vor allem Journalistinnen gegenüber verhält er sich unmöglich. "Sie ist unattraktiv - von außen und von innen. Ich verstehe vollkommen, warum ihr früherer Ehemann sie für einen Mann verlassen hat - er hat eine gute Entscheidung getroffen", twitterte er über die Publizistin Arianna Huffington (65).

Pöbeleien gegen Konkurrentinnen

Besonders gern geht er auch auf politische Konkurrentinnen los. "Seht euch dieses Gesicht an! Würde jemand dieses Gesicht wählen? Könnt ihr euch das vorstellen, das soll das Gesicht unseres nächsten Präsidenten sein? Ich meine, sie ist eine Frau, und ich sollte nichts Schlimmes über sie sagen. Aber wirklich, Leute, kommt schon. Ist das euer Ernst?", sagte er über Carly Fiorina (61), seine republikanische Konkurrentin um die Präsidentschaftskandidatur, dem US-Magazin "Rolling Stone". Und Hillary Clinton (68), die Erzrivalin auf demokratischer Seite, bekommt täglich via Twitter Trumps Ansichten präsentiert. Das war nicht immer so, es gibt Fotos von Trumps dritter Hochzeit im Jahr 2005. Man sieht Hillary Clinton und ihren Mann, Ex-Präsident Bill Clinton (69), wie sie lächelnd mit dem Brautpaar posieren.

Trump brüstete sich früher gern mit den Chancen, die er bei Frauen habe. "Ladies' Man" (Frauenheld) steht unter seinem Foto im Schuljahrbuch, wie es die "New York Times" abbildet. Er erzählte viel und gern über sein ausschweifendes Sexleben und war regelmäßiger Gast in der Radio Show seines alten Kumpels Howard Stern (62), wo er immer wieder gegen prominente Frauen schoss.

Die Website "Buzz Feed" hat Trumps sexistische Sprüche aus Howard Sterns Radio-Sendung zusammengestellt. Unter anderem hatte er kurz nach Prinzessin Dianas Tod gesagt, dass er sie wohl hätte "haben können". Später soll er sie im Interview verrückt" genannt haben. Und auch im "Playboy" treibt es der Möchtegern-Präsident bis auf die Spitze. Auf die Frage, ob er Viagra nehme, antwortete Trump: "Ich habe das einfach nie gebraucht." Vielmehr brauche er ein "Anti-Viagra. Etwas, das den gegenteiligen Effekt hat."

Probleme beruhen auf Gegenseitigkeit

Inzwischen ist sich Trump der Gefahr seiner Sprüche bewusst geworden. Er versucht sein Image als Pöbel-Playboy herunterzuspielen und gibt gern den Familienmenschen. Er könne sich nicht mehr erinnern, mit wie vielen Frauen er eine Affäre gehabt habe, sagt Trump der "New York Times". "Es sind weniger, als Sie glauben. Ich bin niemand, der das Flirten wirklich geliebt hat."

Das mag wohl sein, denn als Flirten kann man seine plumpen Sprüche beim besten Willen nicht bezeichnen. "Trumps Problem mit den Frauen beruht freilich auf Gegenseitigkeit. Rund 70 Prozent der Wählerinnen lehnen ihn ab", schreibt die "Neue Zürcher Zeitung".

Nun hat Trump aber auch mit Anschuldigungen ganz anderen Kalibers zu tun: Anfang Mai behauptete eine gewisse Katie Johnson (34), Trump hätte sie vor 22 Jahren bei Sex-Partys des pädophilen Milliardärs Jeffrey Epstein (63) monatelang als "Sex-Sklavin" vergewaltigt. Sie sei damals erst 13 Jahre alt gewesen. Johnson hat in Kalifornien eine Klage auf Schadenersatz in Höhe von 100 Millionen Dollar eingereicht, meldete die "Daily Mail". Sollten die Vorwürfe stimmen, wird es womöglich nie einen US-Präsidenten namens Trump geben, sondern allenfalls einen Häftling.