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Umfrage zeigt: Viele Deutsche verstehen die Demokratie nicht

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FRAUKE PETRY
Die AfD hat dem Populismus ein Gesicht gegeben | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Eine Allensbach-Umfrage zeigt, dass der Populismus in Deutschland weit verbreitet ist
  • Populistische Tendenzen waren allerdings in früheren Jahren stärker verbreitet
  • Aus der Umfrage geht auch hervor, dass viele Deutsche das System der repräsentativen Demokratie nicht verstanden haben

Populismus, das könnte das Unwort des Jahres 2016 werden. Hierzulande eilten die Rechtspopulisten von der AfD bei den Landtagswahlen von Erfolg zu Erfolg. Ihre österreichischen Gesinnungsgenossen von der FPÖ könnten nicht nur am kommenden Sonntag den Bundespräsident, sondern möglicherweise auch bald den Bundeskanzler stellen.

In Südeuropa ist zudem der Linkspopulismus auf dem Vormarsch, nach Griechenland nun auch in Spanien und Portugal. Und ein Blick über den großen Teich verrät, dass sich mit Donald Trump und Bernie Sanders gleich zwei Populisten im Rennen um die Nachfolge Barack Obamas befinden.

Populistische Tendenzen waren früher stärker ausgeprägt

Doch wie viel Gewicht hat der Populismus in Deutschland wirklich? Populistische Elemente sind zwar weit verbreitet, haben in jüngster Vergangenheit allerdings nicht zugenommen. Dies zeigt die monatliche Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Im Jahr 2003 hätten noch 45 Prozent der Befragten zugestimmt, dass sich mit den derzeitigen politischen Möglichkeiten die Probleme des Landes nicht lösen lassen würden. Heute sind nur noch 28 Prozent der Menschen dieser Meinung, vor zwei Jahren waren es noch 33.

Auch die These, "die Abgeordneten des Bundestags setzen sich nicht für die Belange des kleinen Mannes ein", findet in Deutschland längst nicht mehr so große Zustimmung wie früher. 2001 waren noch 59 Prozent der Deutschen der Meinung, heute sind es nur noch 44 Prozent.

Die AfD ist das Gesicht des Populismus

Laut den Meinungsforschern von Allensbach sei die AfD nicht die Ursache des Populismus, die Partei habe ihn nur sichtbar gemacht. Unter den Anhängern der AfD sind die Elemente des Populismus wesentlich stärker vertreten als unter den Befürwortern anderer Parteien.

Zudem sind 74 Prozent der AfD-Anhänger der Meinung, Deutschland steuere auf eine Katastrophe zu, während es bei allen Befragten nur 35 Prozent so sehen.

Offensichtlich sei laut den Machern der Statistik auch, dass ein großer Teil der Deutschen das Prinzip der repräsentativen Demokratie nicht verstehen. Diese setzt voraus, dass die Wähler sich nicht nur für bestimmte politische Positionen entscheiden, sondern ihren gewählten Parlamentariern auf Zeit die Verantwortung für das Land übertragen.

Müssen Politiker nur das tun, was das Volk will?

Ein wesentlicher Standpunkt des populistischen Weltbildes, der ebenfalls aus der Befragung hervorging, ist die Vorstellung, dass Politiker stets das tun müssten, was das Volk wolle. Den Standpunkt „Ich erwarte von einem Politiker, dass er sich so entscheidet, wie die Mehrheit des Volkes entscheiden würde" befürworteten 60 Prozent der Befragten und gar 85 Prozent der befragten AfD-Unterstützer.

Der These, ein Abgeordneter könne auch nach seinem Gewissen und gegen den Willen des Volkes Entscheidungen treffen, stimmten nur 40 Prozent der Teilnehmer zu. Unter den Anhängern der Alternative für Deutschland lag die Zustimmungsquote gar nur bei 15 Prozent.

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