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"Das Stillen hat meine Brüste zerstört"

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"Stillen hat meine Brüste zerstört" | Ken Welsh via Getty Images
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Stillen gilt als der ultimativ weibliche Akt. Etwas, das dem Körper einer Mutter vorbehalten ist. Etwas, das den Körper einer Mutter auch schön macht, egal, wie er sich durch die Schwangerschaft verändert hat.

Und viele Mütter feiern, zurecht, diese Körper. Denn ein Kind auszutragen, ist eine enorme Leistung. Jede Mutter kann stolz sein, dass ihr Körper das geleistet hat.

Stillen ist weiblich

Doch nicht alle Frauen fühlen sich mit ihren Körpern nach einer Schwangerschaft wohl. Sie haben zugenommen, Falten bekommen. Es ist egal, was ihr Umfeld sagt: Diese neuen Körper sind ihnen unangenehm, sie sind ihnen sogar fremd.

So geht es auch Jena Murphy, die für die us-amerikanische Ausgabe von "Harper's Bazaar" ihr neues Körpergefühl beschrieben hat. Genauer: Ihr neues Verhältnis zu ihren Brüsten. Denn Jena sagt: Das Stillen hat meine Brüste zerstört.

Sie schreibt: "Meine Brüste waren immer richtig gut. Sogar in meinen frühen Dreißigern, als ich mit Freunden im Urlaub war, wollten alle wissen: 'Sind die echt?' Ja, und sie waren fantastisch."

"Meine Brüste waren fantastisch"

Während der Schwangerschaft seien ihre Brüste zunächst riesig geworden. Das hätte ihr nichts ausgemacht, sie fand es sogar relativ amüsant, mit riesigen Brüsten herumzulaufen.

Auch nach der Geburt ging es ihr noch prima. Ein ganzes Jahr lang stillte sie ihren kleinen Sohn und hatte keines der Probleme, mit denen andere junge Mütter zu kämpfen haben. Beim Stillen klappte alles reibungslos.

Doch als sie abgestillt hatte, musste sie feststellen, dass nichts mehr so war wie zuvor. Ihre Brüste, ihre schönen, perfekten Brüste blieben einfach so, wie sie nach dem Stillen waren. Nicht prall und aufrecht, sondern flach und abgesunken.

Jena schreibt: "Wenn es nach allem geht, was im Internet steht, soll ich mich jetzt großartig fühlen. Stolz, dass ich ein Baby füttern konnte. Respekt und Bewunderung für die weibliche Form. Aber wisst ihr, wie ich mich wirklich fühle? Total angepisst!"

Es ist wahr. Mir macht es nichts aus, dass meine Hüften breiter geworden sind, oder mein Bauch faltiger, oder was-auch-immer mit meinem Hintern passiert ist. Aber wenn ich gewusst hätte, dass das Stillen meine Brüste so zerstört, hätte ich es vermutlich gelassen. Ist das eitel und narzisstisch? Klar. Aber es ist die Wahrheit."

Nach dem Stillen

Mit ihrer Offenheit bricht Jena Tabus: "Meine Brüste waren eben Teil meiner Identität, meines Selbstbewusstseins, meines Stils, meiner Sexualität" schreibt Jena weiter", und sie haben sich so schnell geändert, als meine ganze Identität sich geändert hat."

Jena möchte sich nicht nur als Mutter wahrnehmen. Sie möchte auch ihre alte Identität behalten. Zumindest, so sagt sie, wenn sie Sex hat oder sich sexy fühlen will.

Es gebe ja auch Alternativen zu Muttermilch. Vielleicht hätte sie die einfach ausprobieren sollen, vielleicht wären ihre Brüste dann nicht ganz so schnell abgesunken. Aber es geht ihr gar nicht darum, diese beiden Möglichkeiten gegeneinander auszuspielen.

Es geht ihr nur um Folgendes: "Mein Körper ist mein Körper und ich habe ihn geliebt. Und egal, was man alles über das Stillen sagen kann, den kulturellen Druck, die Logistik, die Schwierigkeiten, die Aufopferung - niemand spricht jemals über dieses Opfer, das wir bringen. Ich bin traurig, dass meine Brüste nicht mehr so schön sind. Ich bin traurig, dass mein Körper nie mehr ganz der Meine sein wird. Und das ist ein echter Verlust."

So mutig wie Jena hat bisher kau eine Frau öffentlich über dieses sensible Thema gesprochen. Es ist leichter, all die Veränderungen des Körpers während Schwangerschaft und Stillzeit als Wunder zu bezeichnen - was sie zweifellos sind. Trotzdem geht es sicherlich vielen Frauen wie Jena und sie sollten sich durch ihre Worte bestätigt fühlen: Ja, der Verlust des alten Körpers darf betrauert werden.


Kindern helfen

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(glm)