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Höcke bricht in Erfurt eines der letzten großen AfD-Tabus

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  • AfD-Rechtsaußen Björn Höcke liebt den Tabubruch
  • So auch auf einer Parteikundgebung in Erfurt
  • Vordergründig ging es um ein Moscheeverbot - doch der Abend wird aus einem ganz anderen Grund in die Parteigeschichte eingehen
  • Aufnahmen von der Veranstaltung seht ihr im Video oben, die Höcke-Rede beginnt bei Minute 1:25

Es war eines der letzten großen Tabus der AfD.

Das einzige Argument, mit der sich Anhänger der Partei von Pegida abgrenzen konnten, der Bewegung also, die offen islamfeindlich ist und bei der Nazis und Schläger mitlaufen.

Das Argument ging wie folgt: Auf Veranstaltungen sei man noch nicht gemeinsam aufgetreten.

Genüsslich wurde das immer herausgekramt, wenn Journalisten der Partei zu große Nähe zu der Bewegung vorwarfen, die sogar einigen in der Partei nicht geheuer ist.

In Erfurt kam zusammen, was zusammen gehörte

Einzig: Es hat ab heute keine Gültigkeit mehr.

Erstmals ist bei einer Kundgebung der AfD in Erfurt ein Vertreter der islam- und fremdenfeindlichen Bewegung aufgetreten.

Eingeladen hatte Björn Höcke, Thüringens AfD-Landeschef. Er hatte Pegida jüngst als einen Wegbereiter für die Wahlerfolge der AfD bezeichnet. Außerdem gründete er mit weiteren Rechtsaußen den "Flügel", eine Art Partei in der Partei, die auch den Kontakt zu extremistischen Organisationen nicht scheut.

Insofern kam in Erfurt zusammen, was zusammen gehörte.

Dabei ging es vordergründig um den geplanten Bau einer Moschee in der Landeshauptstadt.

Siegfried Däbritz, einer der Wortführer bei den wöchentlichen Demonstrationen in Dresden, kündigte eine "Aufklärungskampagne" an, "um den Bau zu verhindern".

Höcke: "... oder der Islam muss sich verabschieden"

Höcke lehnte die Moschee-Pläne ab.

Er sei in Sorge, dass am Erfurter Dom künftig der Halbmond als Symbol des Islam zu sehen sein werde. "Entweder entschärft sich der Islam oder er muss sich verabschieden", sagte Höcke. Der Islam habe eine Heimat, die heiße aber nicht Erfurt und nicht Deutschland.

Laut Polizei versammelten sich bei der Kundgebung am Domplatz bis zu 700 Anhänger der rechtspopulistischen Partei. Den Gegendemonstrationen schlossen sich den Angaben zufolge rund 200 Menschen an. Es war die erste Kundgebung seit gut zwei Monaten. Mitte März hatte die Partei noch deutlich mehr Menschen mobilisiert.


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