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Ich will nicht die große Liebe, ich will einen besten Freund

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Ich will nicht die große Liebe, ich will einen besten Freund | ArthurHidden via Getty Images
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Hört sich doch gut an, oder nicht? Die große Liebe finden. Jemanden, den man küssen kann. Jemanden, mit dem man ein Date haben kann. Jemanden, dessen Hand man bei gruseligen Filmen drücken kann. Jemanden, mit dem man sein Leben teilen kann, dem man sein Herz schenken kann und bei dem man sich vorstellen kann, dass man auch nach vielen, vielen Jahren noch mit ihm zusammen ist.

Doch so einen Menschen zu finden, ist auch beängstigend.

Ich will nicht die "perfekte" Beziehung

Heutzutage gibt es bei der Partnersuche so viele Regeln und Einschränkungen. Die "große Liebe" muss attraktiv und sexy und reizvoll und verlässlich und romantisch sein. Und sie muss uns alles andere zu bieten haben, wovon wir schon immer geträumt haben, nicht wahr? Er/Sie muss genau dieser perfekte Mensch sein.

Doch die perfekte Liebe? Die gibt es nicht. Und einen makellosen Menschen zu finden, der wie die fehlende zweite Hälfte von einem selbst ist? Unmöglich. (Gott sei Dank, denn keiner von uns würde sich in zwei Hälften schneiden lassen wollen.)

Und deshalb strebe ich auch nicht nach Perfektion. Und ich will auch nicht die große Liebe. Ich will einen besten Freund.

Ich will jemanden, bei dem ich ganz ich selbst sein kann. Wenn ich morgens aufwache und meine Haare vom Schlaf noch ganz zerzaust um mein Gesicht herumhängen, ohne Make-up und mit einem weiten Schlafshirt bekleidet, dann will ich dabei nicht das Gefühl haben, jemand sein zu müssen, der ich gar nicht bin.

Ich will einen besten Freund

Ich will jemanden, mit dem ich gemeinsam lachen kann. Jemanden, mit dem ich lange aufbleiben und über Träume reden kann. Jemanden, mit dem ich Abenteuer erleben kann, egal ob große oder kleine. Jemanden, mit dem ich Wein trinken und zusammen Frühstück machen kann und bei dem ich das Gefühl habe, dass wir gegenseitig jedes noch so kleine Detail unseres Lebens kennen.

Ich will jemanden, mit dem ich offen und frei über die Dinge reden kann, die ich am meisten bereue und auch über meine Pläne für die Zukunft. Jemanden, dem ich vertrauen kann. Jemanden, der immer für mich da ist, und für den auch ich immer da bin. Jemanden, mit dem ich zusammen eine Familienpackung Chex-Mix-Knabbergebäck verdrücken kann. Jemanden, mit dem ich nur auf der Couch sitzen und gar nichts sagen kann, weil wir einfach nur die Anwesenheit des anderen genießen.

Ich will einen besten Freund. Jemanden, den ich necken kann und mit dem ich etwas Trinken gehen kann. Oder mit dem ich auch zu Hause bleiben und eine Folge "Prison Break" nach der nächsten anschauen kann. Jemanden, der mir ein ernst gemeintes Kompliment macht, wenn ich wirklich gut aussehe, der es mir jedoch auch ehrlich sagt, wenn ich sch***e aussehe und meinen Hintern von der Couch kriegen muss.

Worum es in der Liebe wirklich geht

Ich will jemanden, der alle meine persönlichen Geheimnisse kennt, ebenso wie meine Sorgen und die Dinge, auf die ich besonders stolz bin. Der mit mir wegfährt oder mich zum Essen einlädt und mit dem ich über wirklich Wichtiges sprechen kann.

Jemanden, der nicht immer die Verantwortung tragen muss, der nicht immer bezahlen muss und der nicht immer derjenige sein muss, der Pläne für uns schmiedet. Jemanden, der all diese Dinge jedoch trotzdem manchmal tut, und zwar einfach so.

Ich will jemanden, der mich zum Lachen bringt, der mich wahnsinnig macht, der mich zur Weißglut treibt. Der jedoch trotz allem mein bester Freund bleibt.

Und ich will mich Hals über Kopf in diesen besten Freund verlieben.

Ich finde, dass hier ein riesiges Missverständnis herrscht. In der Liebe geht es nicht darum, einen perfekten Menschen und die große Liebe zu finden. Ich glaube, dass es in der Liebe einzig und allein darum geht, seinen besten Freund zu finden. Jemanden, mit dem man auf vielerlei Ebenen zusammenpasst, und nicht nur in romantischer Hinsicht. (Denn das ganze Herumgeturtle und die Intimität kommen ganz von allein. Keine Sorge.)

Ich will einen besten Freund – jemanden, den ich liebe, ja. Viel wichtiger ist mir jedoch noch jemand, den ich wirklich kenne. Und jemand, der mich kennt, und zwar in- und auswendig, mit all meinen Fehlern und Macken und meiner Verrücktheit. Und der trotzdem mit mir zusammen sein will.

Dieser Blog ist ursprünglich bei Thought Catalog und Thought.is erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(glm)