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EgyptAir Flugzeug abgestürzt: Maschine vor griechischer Insel verunglückt

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  • Ein Egypt-Air-Flugzeug mit über 60 Menschen an Bord ist auf dem Weg von Paris nach Kairo vom Radar verschwunden
  • Die ägyptische Luftfahrtbehörde soll erklärt haben, das Flugzeug sei abgestürzt
  • Griechische Behörden bestätigten, die Maschine sei vor der Insel Karpathos verunglückt
  • Eine Zusammenfassung der ersten Entwicklungen seht ihr im Video

Eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft Egypt Air soll über dem Mittelmeer abgestürzt sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur "AP" unter Berufung auf die ägyptische Luftfahrtbehörde. Die Gründe für den Absturz sind noch nicht bekannt. Griechische Beamte bestätigten, die Maschine sei vor der griechischen Insel Karpathos verunglückt.

Das Ägyptische Luftfahrtministerium hat dagegen mittlerweile zurückgerudert: Noch sei eine Bestätigung des Absturzes zu früh. Der ägyptische Premierminister Sherif Ismael erklärte, es sei noch zu früh darüber zu spekulieren, was mit dem Flugzeug passiert ist.

Er könne nicht ausschließen, dass es sich um einen terroristischen Akt handele. Das berichtet der Sender Sky News Arabia. Auch die Airline bat via Twitter, von Spekulationen über die Gründe für das Verschwinden des Flugzeugs abzusehen.

Nationalität der Passagiere ist bekannt

Die Maschine verschwand plötzlich vom Radar. Es halten sich Spekulationen, dass um 4:26 Uhr - fast zwei Stunden nach dem Verschwinden - ein Notruf aus der Region beim ägyptischen Militär eingegangen sein soll. Das Militär hat diese Meldung mittlerweile negiert.

CNN berichtet, dass 66 Menschen an Bord des Airbus A320 waren, darunter 56 Passagiere. Drei seien Kinder gewesen.

Egypt Air hat bereits eine Liste mit den Nationalitäten der Passagieren veröffentlicht: 30 von ihnen waren Ägypter, 15 Franzosen, zwei Passagiere sollen aus dem Irak stammen. Die restlichen Menschen an Bord sollen aus Großbritannien, Belgien, Kuwait, Saudi-Arabien, dem Sudan, dem Tschad, Portugal, Algerien und Kanada stammen.

Bis zum Verschwinden normaler Flugverlauf

Es handelt sich um den Flug MS804, der den Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle um 23.09 Uhr verlassen hatte.

Nach Angaben der Website Flightradar24 befindet sich die letzte bekannte Position der Maschine über dem Mittelmeer. Flightradar24 zeigt einen normalen Verlauf des Fluges, der plötzlich in großer Höhe endet.

Hohe Geschwindigkeit gemessen

Die Maschine sei um 02:45 Uhr vom Radar verschwunden meldet Egypt Air. Zu dem Zeitpunkt habe sie sich bereits im ägyptischen Luftraum befunden, in einer Höhe von 37.000 Fuß, umgerechnet 11.277 Meter.

Auffällig an den Flightradar-Daten ist lediglich, dass die Maschine zuletzt eine Geschwindigkeit von fast 1000 km/h relativ zum Boden erreicht hatte, was über der Höchstgeschwindigkeit eines Airbus A320 liegt. Aber das könnte durch einen Rückwind zu erklären sein.

Mehr zum Thema: Flug-Tracking: So lassen sich Flüge online verfolgen

Die Stelle des letzen Kontakts befindet sich zwischen Kreta, Zypern und dem ägyptischen Festland.

Spezialteams zur Untersuchung und Rettung seien am letzten bekannten Aufenthaltsort der am Abend zuvor in Paris gestarteten Maschine eingetroffen, teilte Egypt Air am Donnerstag auf Twitter mit. Zudem unterstützt eine griechische Militärfregatte die ägyptischen Behörden.

Nicht der erste Vorfall im Zusammenhang mit Ägypten

Nach Angaben des zuständigen Ministeriums brach der ägyptische Luftfahrtminister Scherif Fathi am Donnerstag einen Besuch in Saudi-Arabien ab und machte sich auf den Weg nach Kairo.

In den vergangenen Monaten gab es im Zusammenhang mit Ägypten mehrere aufsehenerregende Vorfälle im Flugverkehr. Erst Ende März entführte ein Mann mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels eine Egypt-Air-Maschine nach Zypern. Niemand wurde verletzt.

Ende Oktober war ein russischer Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen getötet wurden, hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Die Bombe soll damals aus einer leeren Softdrink-Dose gebaut worden sein.

Spekulationen über Terrorakt

Natürlich befeuert dies die Spekulation über einen möglichen Terrorakt als Absturzursache. Bislang hat sich der Islamische Staat über die sozialen Kanäle nicht zu Flug MS804 geäußert.

Wie die "New York Times" berichtet, waren drei Sicherheitsleute unter den Passagieren des Flugzeugs. Dies sei seit den Vorfällen im vergangenen Herbst das normale Prozedere der Airline.

Mit Material der dpa