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Wein-Liebhaber: So werden Sie zum Sommelier

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Wein zu würdigen wissen - als Sommelier gelingt das besonders | franckreporter via Getty Images
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Gute Weine erkennt man schon vor dem ersten Schluck - am Geruch oder

Sie lieben guten Wein und genießen es, Ihre Gäste mit selbst gekochtem Essen zu verwöhnen? Aber vor dem Weinregal greifen Sie oft einfach nach dem hübschesten Etikett und Ihre Beschreibung des Inhalts beschränkt sich auf "schmeckt" oder "schmeckt nicht"? Keine Sorge, mit diesen Tipp werden Sie in wenigen Schritten zum Weinexperten!

Welcher Wein zu welchem Essen? Fünf goldene Regeln

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Bei der Auswahl des geeigneten Weins gilt: Ziel ist es, eine Harmonie zwischen Wein und Essen herzustellen - der Wein soll den Geschmack der Speise ja unterstreichen und nicht überdecken.

Wein und Fisch:

Viele kennen die Faustregel "Weißwein zu Fisch, Rotwein zu Fleisch". Diese Regel stimmt zwar oft, aber nicht immer. Wesentlich für die Wahl des Weines ist, wie die Speise zubereitet und gewürzt wird. Zu einem milden, gedünsteten Fischgericht macht sich ein trockener Weißwein mit wenig Säure oder ein fruchtiger Rotwein prächtig. Ein mit dezenter Schärfe gewürzter Fisch wie etwa Thunfisch lässt sich ideal mit einem Spätburgunder kombinieren.

Wein und Fleisch:

Auch hier gilt: je würziger das Fleisch, desto kräftiger und ausdrucksvoller sollte der Wein sein. Zu rotem Fleisch und Braten serviert man daher eher einen Rotwein, zu hellem Fleisch und Geflügel einen Weißwein.

Wein und Käse:

Zu mildem Käse passt ein leichter Wein wie eine feinherbe Spätlese oder ein fruchtiger Kabinett. Deftigem Käse stellt man besser einen kräftigen, fülligen Wein wie einen Shiraz zur Seite. Achtung: Zu trockene Weißweine überlagern den Käsegeschmack, süße Weine hingegen unterstützen die herzhaft-salzige Geschmacksnote.

Wein und Schokolade:

Zartschmelzende und süße Schokolade lässt sich hervorragend mit einem restsüßen Weißwein kombinieren. Dunkle Schokolade ergänzt man perfekt mit einem Portwein, denn dieser kommt mit der kräftigen Note besser zurecht. Portwein und Schokolade - das sind generell gute Partner.

Wein zum Kochen:

Schon beim Zubereiten der Gerichte kann man wunderbar den Wein verwenden, der später am Tisch serviert wird. Geschmacklich sollte es auf jeden Fall in die gleiche Richtung gehen.

So bleiben Wein und Sekt lange frisch

Wer die Flasche des guten Weins oder Champagners beim Essen nicht ganz geleert hat, freut sich, wenn der Rest auch nach ein paar Tagen noch so schmeckt wie direkt nach dem Öffnen. Doch das ist mit einem einfachen Verschluss oder Korken selten der Fall. Hier helfen neue Verschluss- und Konservierungsmethoden.

Das sogenannte Schutzatmosphäre-Verpacken ist eine Möglichkeit, die edlen Tropfen lange frisch zu halten. Dabei wird die Flüssigkeit mit Edelgasen wie Argon umschlossen; die für Geschmack und Frische schädliche Luft wird gleichzeitig aus der Flasche verdrängt. Argon ist farb-, geschmacks- und geruchlos und schon eine dünne Schicht reicht, um eine Oxidation der Flüssigkeiten zu vermeiden - auf diese Weise prickelt Sekt und Schampus noch nach Tagen. Das Schweizer Unternehmen zzysh bietet beispielsweise ein solches System, um Wein oder Sekt haltbar zu machen.

Auch Vakuumsysteme sorgen für längere Haltbarkeit. Mittels einer Vakuumpumpe wird dabei die Luft aus der Flasche gepumpt. Ein spezieller Verschluss sorgt dann dafür, dass keine Luft (und insbesondere kein Sauerstoff) in die Flasche zurückströmt. Solche Weinpumpen bieten unter anderem die Hersteller Fackelmann und Vacu Vin an.

Lagern und servieren wie die Profis

Bei Wein verhindert eine liegende Lagerung, dass der Korken austrocknet. Da Schraubverschlüsse aber immer verbreiteter sind, verliert dieser Faktor zunehmend an Bedeutung. Am wichtigsten ist es, einen dunklen Lagerort zu finden, da UV-Licht dem edlen Tropfen schadet. Ein kühler Platz im Keller ist für Weinlagerung ideal. Die optimale Trinktemperatur variiert von Sorte zu Sorte. Faustregel: Weißweine eher kühlschrankkalt servieren und Rotweine bei Zimmertemperatur, das heißt bei circa 20 Grad.

Eine Krawatte für den Flaschenhals

Übrigens: Wenn Sie vor dem Servieren eine Serviette um den Flaschenhals falten, sorgen Sie auf jeden Fall für bewundernde Blicke. Die "Krawatte" ist eine dekorative Tropfschutz-Variante. Dazu eine zur Tischdekoration passende Papierserviette aufschlagen und zu einem etwa zwei Zentimeter zusammenfalten. Diesen legen Sie um den Flaschenhals und schlagen das andere Ende darunter. Nun noch vorsichtig festziehen, fertig! So müssen Sie sich keine Sorge mehr über Flecken auf dem Tisch machen - und beeindrucken Ihre Gäste mit dem professionellen Handling eines ausgebildeten Sommeliers!