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Die Null-Bock-Partei: Das ist das wahre Problem der SPD

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GABRIEL
Der SPD fehlt derzeit etwas Entscheidendes: Die Lust zum Regieren | Getty
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Schon seit Monaten rätseln die politischen Beobachter, was eigentlich mit der SPD los ist. Die Partei sinkt in den Umfragen immer tiefer und muss mittlerweile darum bangen, dass sie die 20-Prozent-Hürde bei der kommenden Bundestagswahl schafft.

Und das, obwohl die ehemalige Volkspartei in der Großen Koalition so viele wichtige Projekte wie seit Jahren nicht umgesetzt hat: Mindestlohn, Mietpreisbremse, Rückkehr zur Rente mit 63, und und und...

Woran liegt es also, dass die Sozialdemokraten die Wähler nicht begeistern?

Gabriel wünscht sich Gegenkandidaten

Das vergangene Wochenende hat auf diese Frage endlich eine Antwort geliefert: weil die Größen in der Partei keinen Bock haben. Keinen Bock auf’s Regieren, keinen Bock auf inhaltliche Auseinandersetzung, keinen Bock auf politischen Streit, auf Reibung, auf Gefühle. Keinen Bock auf all das, was die Menschen für Politik begeistert.

Die SPD ist zu einer Null-Bock-Partei geworden.

Am Freitag noch hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel groß in einem Interview mit dem "Spiegel" gefordert:

"Es wäre hervorragend, wenn es im nächsten Jahr zwei oder drei Leute aus der Führungsspitze der SPD gäbe, die sagen: Ich traue mir das zu." Gemeint war die Kanzlerkandidatur.

Zuerst kommen einem da SPD-Spitzenpolitiker wie der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz in den Sinn, oder der extrem beliebte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Auch Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments, ist im Gespräch.

"Gabriel ist der natürliche Kanzlerkandidat"

Aber die Reaktion von Olaf Scholz auf Gabriels Idee sagt alles über den Zustand der SPD. Scholz ließ am Wochenende verlauten, dass er nicht gegen Gabriel antreten werde. Denn dieser sei der “natürliche Kanzlerkandidat”.

Natürlicher Kanzlerkandidat? Das würde bedeuten, dass es gar keiner innerparteilichen Auseinandersetzung darüber bedarf, wen die SPD ins Rennen schickt.

Auch SPD-Vize Ralf Stegner äußerte sich zu Gabriels Vorstoß. Dem ZDF-Morgenmagazin sagte er: "Am Ende, da können Sie ganz sicher sein, wird ein Kandidat antreten, der gewinnen will." Wer das sein würde, entscheide man im nächsten Jahr - "auch wenn man noch so viele gute Ratschlage" bekäme.

Immerhin wagten sich Scholz und Stegner vor die Mikrofone. Von den anderen Parteispitzen kommt bisher vor allem eins: Schweigen.

Wahlkampf, och nö…

Diesen Zustand der Partei sehen auch die Wähler.

Die Union als Vorbild

Wo es derzeit besser läuft? In der Union. Dort zoffen sie sich immerhin noch über politische Fragen. Seehofer und Merkel verbindet seit Beginn der Flüchtlingskrise eine enge Brieffeindschaft, und selbst innerhalb der CDU wird über den richtigen Kurs der Partei heftig gestritten. Das zeigt: Die Konservativen leben.

Die SPD dagegen scheint wie ein lebender Toter. Ein Parteizombie.

Das Mittel gegen die Umfrageflaute ist deshalb einfach: Die Partei muss aufwachen, sie muss endlich wieder Bock haben. Bock darauf, um den richtigen Kurs zu streiten. Bock darauf, den Kanzler zu stellen. Bock darauf, Deutschland zu prägen.

Begeisterung ist ansteckend, auch für Wähler.

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