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Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, richten erheblichen Schaden an

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Erinnert ihr euch noch an euren Schulweg? Wie ihr zusammen mit euren Freunden zur Schule gelaufen seid, gelacht, gespielt und den Tag besprochen habt? Eine schöne Erinnerung, oder?

Nun - viele Kinder, die jetzt zur Schule gehen, erleben das anders: Sie werden von Mama oder Papa ins Auto gesetzt und hingefahren. Dabei werden sie gefragt, ob sie denn ihre Hausaufgaben gemacht und sich gründlich auf die Schule vorbereitet haben. Und sie erleben, wie ihre Eltern fluchen und schimpfen, weil ihnen andere Mütter und Väter den Weg zur Schule versperren und sie im Verkehr stecken bleiben.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen als Gefahr für die Kinder

Eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2012 ergab, dass jedes 5. deutsche Kind mit dem Auto zum Unterricht gebracht wird. Und es werden immer mehr. Die Folge: Sie werden durch das erhöhte Verkehrsaufkommen zur Gefahr für die Kinder auf der Straße. Nicht nur Politiker und der ADAC, sondern auch Kinderschützer fordern endlich ein Umdenken.

Die Zahlen geben ihnen Recht: Laut Statistischem Bundesamt verunglücken mehr Kinder als Mitfahrer im Auto als zu Fuß. Aber von diesem logischen Argument lassen sich viele Eltern nicht abhalten, weiterhin Taxi für ihre Kinder zu spielen. Dabei nehmen sie dem Kind nicht nur eine schöne Kindheitserinnerung - sie schaden auch seiner Schulleistung.

school parents

Kinder, die zur Schule laufen, lernen besser


Eine dänische Studie zeigt
, dass Kinder, die zur Schule laufen oder radeln, sich in den ersten vier Unterrichtsstunden deutlich besser konzentrieren können als ihre Mitschüler, die gefahren wurden. Die Studie war Teil eines großen dänischen Projekts namens "Mass Experiment 2012", an der über 20.000 Kinder im Alter von fünf bis 19 Jahren teilnahmen.

Das Deutsche Kinderhilfswerk sieht sogar in dem Schulweg selbst einen pädagogischen Wert, durch den Kinder selbstständiger werden - sie können so lernen, sich zu orientieren und ihre Angelegenheiten alleine zu regeln. Die Organisation warnt in der "FAZ": "Kinder, die nur auf Inseln leben, leben weniger sicher und fühlen sich weniger wohl.“

Kinder sollen ihre Eltern umstimmen

Doch wie kann man die Eltern umstimmen, ihre Kinder lieber alleine zur Schule zu schicken? Das gehe am besten über die Kinder, meint die Initiative "Kindermeilen" aus Frankfurt. Die Organisatoren hoffen, dass immer mehr Kinder ihren Eltern deutlich sagen, dass sie lieber zu Fuß gehen - der Umwelt zuliebe. Dafür verteilt die Initiative deutschlandweit in Schulen Heftchen, damit die Kinder für jeden Fußweg in die Schule Punkte sammeln können.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

Familie: Ein Paar adotpiert 3 Kinder. Als die Nachbarin das sieht, ruft sie das Jugendamt

(gw)