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Christian Kern ist Österreichs neuer Bundeskanzler

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CHRISTIAN KERN
Der neue österreichische Bundeskanzler Christian Kern | Heinz-Peter Bader / Reuters
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  • Der Bahnchef Christian Kern wurde als neuer Bundeskanzler Österreichs vereidigt
  • Gleichzeitig übernahm er auch die Führung der SPÖ von Werner Faymann

Acht Tage nach dem Rücktritt von Werner Faymann hat Österreich einen neuen Kanzler. Der Sozialdemokrat und bisherige Bahnchef Christian Kern wurde am Dienstag von Staatspräsident Heinz Fischer vereidigt.

Der 50-Jährige übernahm von Faymann auch die Führung der SPÖ, die gemeinsam mit der Österreichischen Volkspartei die Regierungskoalition bildet.

Dazu passend: Christian Kern: Sechs Dinge, die ihr über Österreichs neuen Kanzler wissen müsst

Kern sprach gleich Klartext: Er wolle das "Schauspiel der Machtversessenheit und Zukunftsvergessenheit" beenden, sagte er. SPÖ und ÖVP müssten verstehen, "dass das unsere letzte Chance ist". Würden sie das nicht tun, würden die beiden Volksparteien von der Bildfläche verschwinden - "und wahrscheinlich zu Recht".

Kern will einen neuen Stil prägen

Er versprach, politische Grabenkämpfe hinter sich zu lassen. "Wir werden unsere Hand ausstrecken, zum Koalitionspartner, aber auch anderen Parteien, um die Zukunft des Landes zu gestalten." Er wolle das Land mit einem neuen politischen Stil aus der Krise führen.

Weniger klar äußerte er sich zur Frage einer Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen FPÖ. Wir arbeiten nicht mit Parteien zusammen, die gegen Minderheiten hetzen", sagte er einerseits. Grundsätze seien wichtiger als der "nackte Machterhalt".

Kern schließt Zusammenarbeit mit FPÖ nicht prinzipiell aus

Auf der anderen Seite zeigte er sich flexibel. Er sagte, dass seine Partei bei der Suche nach Koalitionspartner eine gewisse Flexibilität benötige. Die SPÖ werde "da oder dort" Kompromisse machen müssen.

Es sieht so aus, als wolle er sich vorerst nicht gegen die FPÖ positionieren, um sich die Option für eine mögliche Zusammenarbeit offen zu halten. Schließlich ist es möglich, dass eine künftige Regierung ohne die Rechten nicht zu bilden ist.

Rechtspopulisten haben an Wählern gewonnen

Die traditionellen Volksparteien ÖVP und SPÖ haben bei den Wahlen in den vergangenen Jahren zunehmend Boden gegenüber der rechtspopulistischen FPÖ verloren.

Deren Kandidat Norbert Hofer hat nach seinem Sieg in der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl auch gute Chancen, nach der Stichwahl am Sonntag den Sozialdemokraten Fischer zu beerben.

Mit Material der AP

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