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Sie ärgerte sich über die lange Schlange im Burger-Restaurant - über den Grund diskutieren jetzt Zehntausende

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So ziemlich jeder kennt dieses Gefühl, wenn in der Schlange im Supermarkt oder im Schnellrestaurant einfach nichts weitergeht. Welcher Kunde hat da wieder einmal einen Sonderwunsch? Wo ist der lahme Angestellte, der hier alles aufhält?

Es muss ein Schuldiger gefunden werden, wenn einen das Gefühl von Zeitdruck oder Hunger übermannt, aber man nichts dagegen tun kann, weil man in der Schlange feststeckt.

So ging es auch Kolbie Sanders und ihrem Freund, die hungrig in einer Filiale der amerikanischen Kette “Whataburger” in der Schlange standen.

Als sie herausfand, warum es so langsam voranging, schoss sie ein Foto und teilte es auf Facebook. Dazu schrieb sie:

“Mein Freund und ich waren am Verhungern und sind zur Whataburger-Filiale am Ende der Straße gegangen (die Schlange im Drive-Thru war zu lang, deshalb stellten wir uns im Restaurant an).

Als ich drinnen war, merkte ich, dass die Schlange auch dort eigentlich zu lang war. Aber ich war einfach zu hungrig, um noch woanders hinzugehen. Also entschied ich mich, zu warten, immerhin war es schon 1 Uhr nachts.

Nach ein paar Minuten merkte ich, dass nichts vorangeht. Ich wunderte mich, weil mehrere Angestellte hinter dem Counter arbeiteten. Da bemerkte ich, dass ein Mitarbeiter mit einem jungen Paar vor mir sprach. Das Mädchen bestellte ihr Essen, aber der Mitarbeiter schaute sie nur an, lächelte und sagte leise: “Ich bin taub, kannst du bitte etwas langsamer sprechen.”

Das Mädchen lächelte zurück und sagte: “Ja, natürlich!”

Dann gab sie ihre Bestellung noch einmal auf, diesmal langsamer. Er verstand sie aber immer noch nicht - der Verkäufer lächelte wieder und holte ein Blatt Papier und einen Stift, sodass das Pärchen ihre Bestellung auf den Zettel schreiben konnte.

Sie machten es ohne zu zögern. Und ohne irgendein Zeichen der Ungeduld. Vielmehr freuten sie sich aufrichtig, dass sie dem jungen Mann dabei helfen konnten, seinen Job gut zu machen.

Nachdem ich bestellt hatte, setzte ich mich so hin, dass ich sehen konnte, wie sich die anderen in der Schlage verhalten und wie sie auf den tauben Mitarbeiter reagieren würden.

Ich wollte herausfinden, ob jemand die Geduld verlieren würde, weil der Mitarbeiter so lange brauchte und sie noch einen Moment länger als vielleicht nötig auf ihr Essen warten mussten. Ich war überrascht, dass niemand unfreundlich oder ungeduldig wurde.

Jeder Kunde ging auf ihn ein und schrieb die Bestellung auf den Zettel, ohne sich zu beschweren. Die meisten lächelten ihn dabei an.

Ich teile diese Geschichte aus zwei Gründen mit euch.

Erstens: Weil der Burgerverkäufer taub ist und er einen Job hat. Er hat eine Behinderung und trotzdem arbeitet er an einem Ort, wo seine körperliche Einschränkung ihn täglich herausfordert, weil er mit den Menschen kommunizieren muss.
Er ist eine außergewöhnlicher Mensch, dem eine Chance im Berufsleben gegeben wurde, die er mit Freude nutzt.

Das ist beachtlich. Hut ab, Whataburger, dass ihr in diesem jungen Mann erlaubt, bei euch zu arbeiten.

Zweitens teile ich die Geschichte mit euch, weil die Welt immer härter wird und so viele Menschen täglich aufeinander losgehen. Deshalb kann ich gar nicht ausdrücken, wie schön es war, diese kleinen Gesten der Güte und Freundlichkeit von so vielen einzelnen Menschen zu sehen. Sie alle vergaßen ihren Stolz oder ihre eigenen Probleme oder sogar ihren Hunger – das sieht man nicht oft. Aber am Ende des Tages geht es nicht nur um uns selbst.

Das hat mir die Augen geöffnet und ich werde diesen Moment nie vergessen.

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(lp)