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Nach "Vera-Fake": Das sagt ein Ex-Kandidat zu den Vorwürfen gegen "Schwiegertochter gesucht"

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VERA FAKE
Das sagt "Kult-Ingo" zu den Vorwürfen gegen "Schwiegertochter gesucht" | RTL
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  • Nach den Vorwürfen gegen die Produzenten von "Schwiegertochter gesucht" (RTL) nimmt ein ehemaliger Kandidat die Sendung nun in Schutz
  • Der Satiriker Jan Böhmermann hatte einen Fake-Kandidaten eingeschleust, um Missstände dort aufzudecken

Es war ein Skandal, genannt "Vera-Fake": Satiriker Jan Böhmermann und sein Team von "Neo Magazin Royal" hatten in die RTL-Sendung "Schwiegertochter gesucht" zwei Schauspieler eingeschleust, einen "Kandidaten" und seinen "Vater". Die beiden präsentierten sich als Alkoholiker und geistig minderbemittelt, wurden prompt gecastet - und für 30 Drehtage mit gerade mal 150 Euro bezahlt.

Jetzt äußerte sich ein Ex-Kandidat zu den Vorwürfen. "Kult-Ingo", der 2012 an der Sendung teilnahm, verteidigte im Interview mit der "Bild"-Zeitung die Sendung um Moderatorin Vera Int-Veen.

"Die Kandidaten wissen nicht, worauf sie sich da einlassen!"

Böhmermanns hatte den Machern vorgeworfen: "Die Kandidaten bei 'Schwiegertochter gesucht' wissen nicht, worauf sie sich da einlassen und verstehen auch nicht, was RTL aus ihnen machen möchte - nämlich Witzfiguren!" RTL habe die Kandidaten "als die allerletzten Trottel inszeniert".

Zudem seien sie gezwungen worden, einen "Knebelvertrag" zu unterschreiben. "Und das alles nur für 'ne geile Story, für 'ne geile Quote und für geil viel Cash für RTL!"

Alles Quatsch, meinte nun der Ex-Kandidat.

"Ich habe mich rundum wohlgefühlt"

"Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, und das Team war super", sagte der 25-Jährige. Nichts sei von der Produktion verändert worden, man habe ihm auch nichts in den Mund gelegt.

Auch ein Drehbuch habe es nie gegeben: "Es wird ja meine Suche nach einer Frau begleitet. Dafür braucht man kein Drehbuch. Wir sind ja nicht beim Film." Er habe sich während der Produktion der Sendung "rundum wohlgefühlt".

Auch die Vergütung habe für ihn keine Rolle gespielt. "Es geht mir nicht um Geld. Es geht darum, dass ich eine Frau finde und über die Hilfe bin ich sehr dankbar", resümiert der ehemalige TV-Kandidat.

Krachendes Comeback

Satiriker Jan Böhmermann hatte sich (nach dem Skandal um das Erdogan-"Schmähgedicht") letzte Woche mit mit einer neuen Ausgabe "Neo Magazin Royal" aus der Medien-Auszeit zurückgemeldet.

Doch wer erwartet hatte, dass es der Satiriker nun langsam angehen würde, hatte sich getäuscht: Denn Böhmermann sorgte mit dem Beitrag "Vera Fake" gleich für den nächsten Skandal.

RTL hatte nach den Vorwürfen als Konsequenz das Produktionsteam ausgetauscht.

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(sk)