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Das Foto berührt Tausende - trotzdem will Facebook nicht, dass ihr es seht

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Heather Whitten ist erzürnt: Die Fotografin aus Arizona hatte vor zwei Jahren ein intimes Foto von ihrem Mann und ihrem Sohn auf Facebook gepostet, das unglaublich viel Resonanz von der Netzgemeinde erhielt.

Viele deuteten das Motiv des Vaters, der in der Dusche seinen kranken Sohn tröstete, als elterliche Hingabe – andere fanden es zu freizügig und kritisierten die intime Darstellung. Es wurde gemeldet und Facebook löschte das Foto.

Heather erzählt die Geschichte hinter ihrem Foto

Heather unternahm nichts – bis sie, bestärkt durch ein Interview über Facebook, das Foto noch einmal postete. Wieder stieß es auf große Begeisterung: Es erhielt 135.000 Likes.

Diesmal erzählt Heather, die zusammen mit ihrem Mann Thomas Zwillinge namens Fox und Persephone hat, die Geschichte hinter dem Foto, damit jeder versteht, dass es in diesem Foto nicht „um etwas Sexuelles oder Freizügiges“ geht:

„Es war im November 2014, Fox war wegen einer Salmonellen-Vergiftung im Krankenhaus (wir haben nie herausgefunden, von was er das bekommen hat).

Thomas verbrachte Stunden mit ihm in der Dusche, um sein Fieber niedrig zu halten und um das Erbrochene und den Durchfall wegzuspülen. Es war ein eindrücklicher Moment für uns als Eltern.

Unsere Intuition war, sofort zu handeln, weil dies etwas viel Ernsteres als ein Virus sein könnte – aber wir haben schon so oft überreagiert, dass wir an diesem Punkt versuchten, abzuwarten. Als ich mich zu ihnen in die Dusche setzte, war ich überwältigt von der Szene vor mir.

„Er war so geduldig und liebevoll“

Dieser Mann. Dieser Ehemann und Vater und Partner. Er war so geduldig und liebevoll vor mir mit seinem kleinen Sohn auf seinem Schoß. Seine geflüsterten Beruhigungen, dass er wieder okay werden würde, und dass er für ihn sorgen würde, waren so kontinuierlich und ehrlich.

Fox war immer mehr „mein Zwilling“. Er hing mehr an mir als Persephone im ersten Jahr und wählte immer lieber mich als Thomas, wenn er Trost brauchte. Aber in diesem Moment brauchte und wollte er Thomas. Ich stand auf, holte meine Kamera und kam zurück, um ein paar Bilder zu schießen und sie – natürlich – zu teilen.

Ich war überrascht, wie viele Menschen die Aussage nicht verstanden oder die Geschichte hinter der Nacktheit der beiden nicht sehen wollten. Sie hingen sich daran auf, dass sie beide nackt waren und in der Dusche. Ich sei über das Ziel hinausgeschossen. Es sei zu intim. Es solle nicht öffentlich gezeigt werden.

„Ihr habt nicht das Recht, mich zum Schweigen zu bringen“

Das sehe ich nicht so. Meine Familie ist vielleicht anders als eure, aber das macht meine Lebensweise nicht falsch und eure richtig. Ihr werdet vielleicht eure Familienfotos nicht auf die Weise schießen, wie ich es tue. Ihr werdet sie nie so teilen, wie ich es tue. Aber das gibt euch nicht das Recht, meine Stimme zum Schweigen bringen zu wollen.

Mir mein Recht zu nehmen, meine Erlebnisse zu teilen – und zwar unzensiert. An diesem Bild ist nichts Sexuelles oder Freizügiges. Man kann nicht einmal irgendwelche Genitalien sehen.

Ich wünschte, ich könnte all das viel besser ausdrücken. Ich wünschte, ich könnte das treffender formulieren und wäre nicht so ausschweifend. Aber das ist mir wichtig. Und ich hoffe, dass es eines Tages eine Plattform geben wird, die diese Art von Freiheit nicht nur Familien und Künstlern wie mir erlaubt, sondern sie auch ohne Angst willkommen heißt."

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?


Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.


Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.


Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.


Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.


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(sk)