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Nach Tod des 17-jährigen Niklas P.: Rechtsextreme demonstrieren in Bonn

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NIKLAS P
Der Tod des 17-Jährigen Niklas P. hat in Bonn für Demonstrationen gesorgt | dpa
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  • Bonn trauert um einen zu Tode geprügelten 17-Jährigen
  • Der Tod des Jugendlichen löste am Samstag Demonstrationen verschiedener Gruppen aus
  • Einer rechtsextremen Kundgebung standen über 400 Gegendemonstranten entgegen

Bonn trauert um den zu Tode geprügelten Jugendlichen Niklas P.. Nach Zeugenaussagen sollen die Täter dunkelhäutig gewesen sein und akzentfrei Deutsch gesprochen haben.

Lokale rechtsextreme Gruppen versuchen nun auf perfide Weise, den Tod des 17-Jährigen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Am Samstag versammelten sich etwa 50 Rechtsextreme am Tatort, wo Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet haben. Sie unterstellen, Ausländer seien für die tödliche Prügelattacke verantwortlich gewesen sein.

Eine Woche nach dem Vorfall suchen die Ermittler allerdings noch immer nach den Tätern. Neue Hinweise gibt es nach Auskunft der Polizei vom Samstag nicht.

Der 17-Jährige Niklas P. war in der Nacht auf Freitag im Krankenhaus gestorben, nachdem er von einer Gruppe junger Männer im Stadtteil Bad Godesberg angegriffen und schwer verprügelt wurde.

50 Rechtsextreme und 400 Gegendemonstranten demonstrierten in Bonn

150 Teilnehmer einer rechtsextremen Gruppe hatten sich für eine Kundgebung am Samstag angekündigt. Nach Polizeiangaben zogen aber letztendlich nur rund 50 Teilnehmer durch das ehemalige Diplomatenviertel.

Ihnen standen laut eines Berichts des "Spiegel" rund 400 Demonstranten des Bündnis "Bonn stellt sich quer" entgegen.

Die Rechtsextremen wollten die Gewalttat an dem 17-Jährigen für ihre Zwecke instrumentalisieren, kritisierte das Bündnis der Gegendemonstranten.

Bürgermeister Ashok Sridharan positionierte sich gegen Rechts

Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan appellierte an die Bonner, sich von der Demonstration der Rechtsextremen "nicht hinters Licht führen zu lassen".

Am Nachmittag sprach der Oberbürgermeister auch bei der Kundgebung von "Bonn stellt sich quer" in der Nähe des Tatorts. Bis zum Nachmittag blieb alles friedlich. Die Polizei hatte mit einem großen Aufgebot die beiden Gruppen getrennt.

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(lk)