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US-Pharmariese: Pfizer untersagt Einsatz seiner Medikamente bei Hinrichtungen

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TODESSTRAFE
Der Pharmakonzern Pfizer will keine Medikamente mehr für Hinrichtungen in den USA zur Verfügung stellen | AP
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  • Der Pharmakonzern Pfizer will seine Medikamente nicht länger bei der Vollstreckung der Todesstrafe zulassen
  • Damit versiegt die letzte legale Quelle für solche Medikamente in den USA

Der Pharmakonzern Pfizer hat nach US-Medienberichten scharfe Maßnahmen ergriffen, um den Einsatz seiner Mittel bei Hinrichtungen in den USA künftig auszuschließen.

Pfizer sei das letzte von etwa 20 europäischen und US-Unternehmen, das tödliche Injektionen mit seinen Pharmaprodukten verhindert, schrieb die "New York Times" am späten Freitagabend.

Experimente mit anderen Substanzen waren mehrfach schief gegangen

Damit stehe den USA offiziell keines der Mittel mehr zur Verfügung, die den Tod mit der Giftspritze relativ schnell und schmerzlos herbeiführen. Versuche, auf andere Substanzen umzusteigen, waren in den letzten wenigen Jahren mehrfach schief gegangen.

"Mit der Ankündigung von Pfizer haben alle von der FDA zugelassenen Hersteller potentieller Hinrichtungs-Medikamente den Verkauf ihrer Produkte für diesen Zweck gesperrt," zitioert das US-Blatt Maya Foa von der Menschenrechtsorganisation Reprieve in London.

"Jetzt müssen Staaten, die die Todesstrafe vollstrecken, sich die Medizin für die Herstellung von Todesspritzen im Untergrund besorgen."

Zuletzt hatten mehrere qualvolle Hinrichtungen in den USA für Schlagzeilen gesorgt - und die Diskussion über die Todesstrafe angeheizt. Weil europäische Unternehmen schon länger keine Medikamente mehr für die Giftcocktails liefern, hatten US-Behörden mit kaum erprobten Mischungen experimentiert.

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