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Nachhaltigkeits-Offensive: Nike stellt einen Großteil seiner Schuhe aus Abfall her

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NIKE
Der Sportartikelhersteller Nike hat bekanntgegeben, dass er vermehrt Abfall bei der Schuhherstellung verwendet. | dpa
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  • Der Sportartikel-Gigant Nike stellt vermehrt Schuhe aus Abfall her
  • Der US-Konzern will Vorreiter in der grünen Produktion werden
  • Nike stand bei Umweltschützern zuletzt heftig in der Kritik

Über drei Millionen Tonnen Müll produziert die Weltbevölkerung jeden Tag. Bis 2025 könnte sich die Zahl verdoppeln. Die Folgen für unseren Planeten sind jetzt schon verheerend.

In Zeiten, in denen auf einigen Müllhalden bereits täglich (!) mehr als 10.000 Tonnen Abfälle landen, sind Nachrichten wie diese ein Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Vermüllung der Erde: Der US-Sportartikelhersteller Nike hat in dieser Woche in seinem neuen Nachhaltigkeits-Bericht bekanntgegeben, dass 71 Prozent seiner hergestellten Schuhe Abfälle aus der eigenen Produktion enthalten. Mit anderen Worten: Nike stellt Schuhe aus Müll her - und das im großem Umfang.

Nike verarbeitet Abfälle schon länger zu Bodenbelägen

Die verarbeiteten Materialien stammen von recycelten Schuhen, Plastikflaschen und Abfällen, die in den Produktionsstandorten anfallen. Die alten Schuhe sammelt der US-Konzern bereits seit Anfang der 1990er-Jahre mit seinem Reuse-A-Shoe-Programm. Gemeinsam mit Produktionsabfällen werden die alten Schuhe schon länger zu Bodenbelägen für Sport- und Spielplätze verarbeitet.

Das Jahr 2016 stehe für einen Wandel der Nachhaltigkeits-Strategie des Unternehmens, sagte Hannah Jones, Nachhaltigkeits-Beauftragte von Nike, im Gespräch mit der Huffington Post. Man versuche jetzt nicht nur den anfallenden Abfall zu reduzieren, sondern innovative Wege zu finden, wie man neue Produkte auf Basis von Müll herstellen könne, erklärt Jones.

Nike im Visier von Umweltschützern

Nike war Ende 2013 heftig in die Kritik geraten. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte dem Konzern vorgeworfen, schädliche Chemikalien bei der Produktion ihrer Klamotten zu verwenden. Zuvor hatte sich Nike gemeinsam mit 16 großen Unternehmen im Rahmen der Greenpeace-Kampagne "Detox" zu einer schadstofffreien Produktion von 2020 an verpflichtet.

Getan haben sie seitdem aber so gut wie nichts, kritisierte Greenpeace 2013. Die Umweltschützer bezeichneten Nike, Adidas und ein chinesisches Unternehmen damals als "Greenwasher" - also als Unternehmen, die sich nur zum Schein einen grünen Anstrich gibt, ohne wirklich umweltbewusst zu handeln.

Schon länger versucht Nike daher, sein Image aufzupolieren. So hat der Konzern vor einigen Jahren in der chinesischen Hafenstadt Shanghai einen Laden bauen lassen, der komplett aus Abfall besteht. Die taiwanesische Architektur-Firma verarbeitete damals nach eigenen Angaben insgesamt 5.500 Aluminium-Dosen, 2.000 PET-Flaschen und 50.000 alte CDs und DVDs.

Im März 2013 hatte Nike zudem eine strategische Partnerschaft mit Bluesign Technologies angekündigt – einem Schweizer Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Produktionsprozesse in der Textilbranche nachhaltiger zu konzipieren.

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(lk)