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McDonald's-Mitarbeiter schreibt bewegenden Facebook-Post über seine Arbeit beim Fastfood-Riesen

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BURGER KING KUECHE
Fast-Food-Mitarbeiter | Getty
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McDonald’s hat einen schlechten Ruf – nicht nur wegen seiner geschmacksneutralen Burger, sondern auch wegen der Arbeitsbedingungen. Wer also bei McDonalds arbeitet, hatte wohl keine andere Wahl, als für den Rest seines Lebens fettige Pommes zu frittieren und Burger zu braten und damit die Kunden abzufertigen – so denken viele.

Das sei aber falsch, meint jetzt ein McDonald’s-Mitarbeiter, der sich in einem viel beachteten Facebook-Post zu den Vorurteilen gegen McDonald’s-Mitarbeiter äußerte. Mike Waite aus dem schottischen Edinburgh schrieb letzten Sonntag auf dem sozialen Netzwerk:

"Ich arbeite mit Leuten, bei denen ich mir wünschte, ich könnte sein wie sie"

„Heute habe ich genug von all dieser vorverurteilenden Kritik. Lasst mich eines klarstellen: JA, ich arbeite bei McDonald’s und zwar beinahe 50 Stunden die Woche. Warum? Nicht, weil ich keine Ziele oder Motivation hätte oder gar dumm wäre...sondern im Gegenteil...weil ich und eine große Zahl meiner Kollegen eine bessere Ausbildung machen werden.

McDonald’s hat diesen Ruf, der mittlerweile aber unbegründet ist – jeder Kollege hat eine Geschichte und jeder von ihnen reißt sich aus seinem eigenen Grund den A**** auf in diesem heftigen Job.

Ob sie jetzt in die Schule oder Universität gehen, ob sie eine Familie und Kinder haben oder sparen...bei McDonald’s sind die Jobs extrem flexibel, man hat Möglichkeiten, weiter zu kommen und die Arbeit erlaubt dir, das zu tun, was du willst.

Dort sind Menschen, die Piloten, Anwälte, Designer oder Architekten werden und Menschen, die an einen Punkt in ihrem Leben gelangt sind, an dem sie alles tun würden, um für ihre Familie sorgen zu können.

Ich arbeite mit Leuten, bei denen ich mir wünschte, ich könnte sein wie sie. Sie haben Stärken, von denen ich wünschte, ich hätte sie. Sie sind mit Situationen fertig geworden, wie ich es nie geschafft hätte und sie wollen dabei nicht auf irgendwelche Zuteilungen angewiesen zu sein, sondern lieber ihr Leben selbst in die Hand nehmen und dafür arbeiten - anders als eine große Zahl von Menschen in diesem Land.

Ich habe in den vergangenen Jahren reiche Leute kennen gelernt und mit ihnen in High-End-Jobs gearbeitet. Einige von ihnen waren diesen Jungs und Mädels an Belastbarkeit und Arbeitsethik unterlegen.

Nachdem ich einen großen Teil meines Lebens bei McDonald’s gearbeitet habe, konnte ich durch dieses Unternehmen nicht nur für die Universität sparen, sondern dort über die nächsten Jahre dank flexibler Arbeitszeiten weiterarbeiten. Und nicht nur das, ich habe auch vor, eventuell in das Management umzusteigen – und die Arbeit hat damit etwas mit meinem Abschluss zu tun und verbessert meine Zukunftsaussichten.

Genau, McDonald’s wird in meinem Lebenslauf stehen, denn dieser Job hat mich in so vielen Bereichen an meine Grenzen gebracht. Ja, es hat seine Nachteile, ja, das Gehalt kann schlecht sein und ja, es kann schwer sein - aber jeder Job hat negative Seiten und bei McDonald’s ist es nicht anders.

Als jemand, der schon ein paar Mal fast bei einer Schicht hingeschmissen hätte, kann ich euch sagen, dass es trotz der Schwierigkeiten bei genauerem Hinsehen nicht immer so schrecklich ist.

Also hört bitte auf mit euren Vorurteilen, weil ich mit ein paar großartigen Menschen arbeite und viele von ihnen mag. McDonald’s ist keine Einbahnstraße im Arbeitsleben sondern vielmehr ein Beginn. Und jetzt, welches Getränk wünschen Sie zu Ihrer Bestellung?“

McDonald's im Streit mit Gewerkschaften

Mike Waite rückt die Arbeit bei McDonald’s in ein positives Licht und lobt das Unternehmen für den Umgang mit seinen Mitarbeitern. Aber auch er gibt zu, dass der Burgerbrater nicht gut bezahlt. Tatsächlich schuften die Mitarbeiter von McDonald’s für einen oft sehr niedrigen Lohn, während die Vorstandschefs zu den bestverdienenden US-Managern gehören. Dafür sollten die Angestellten nicht nur Respekt von den Kunden, sondern auch von ihrem Arbeitgeber bekommen.

Europäische und südamerikanische Gewerkschaften kämpfen deshalb schon seit Jahren gegen McDonald’s. So gesehen wird Mike Waite seinem Arbeitgeber einen großen Gefallen getan haben – geriet doch das Unternehmen zuletzt in die Schlagzeilen, weil ein anderer Angestellter in einem anonymen Post davor warnte, bei McDonald’s Chicken-Burger zu essen.

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(gw)