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Geheimtreffen zwischen Gabriel und Lafontaine zeigt, wie verzweifelt die SPD wirklich ist

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SIGMAR GABRIEL TRIFFT SICH MIT OSKAR LAFONTAINE
Geheimtreffen: Vizekanzler Sigmar Gabriel sucht Rat bei Oskar Lafontaine | Hannibal Hanschke / Reuters
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Freitag der 13. erweist sich als Unglückstag für Sigmar Gabriel. Die "Rheinische Post" hat von einem Treffen erfahren, das Gabriel wohl lieber geheim gehalten hätte.

Insidern zufolge suche der Vizekanzler und SPD-Vorsitzende, dessen Partei zurzeit in einer tiefen Krise steckt, ausgerechnet Rat bei Oskar Lafontaine.

Der frühere SPD-Chef, der heute die Fraktion der Linken im Saarland leitet, ist für viele Sozialdemokraten eine "persona non grata", eine unerwünschte Person.

Nur wenige wissen von dem Treffen mit Lafontaine

In Gabriels offiziellem Terminkalender steht nichts von dem brisanten Treffen. Aus SPD-Kreisen soll jedoch bekannt geworden sein, dass der Vizekanzler am Abend nicht nur an einem Industriekongress im Saarland teilnehmen wird, sondern dort auch mit Lafontaine verabredet ist.

Gabriel habe um ein Gespräch gebeten.

Lafontaine gilt vielen SPD-Politikern als Verräter

Die SPD-Pressestelle habe sich gegenüber der "Rheinischen Post" nicht zu dem geplanten Treffen geäußert.

Kein Wunder, denn das Treffen ist äußerst brisant. Oskar Lafontaine gilt seit seinem Rücktritt als Bundesfinanzminister vor 17 Jahren und seinem späteren Wechsel an die Spitze der Linken für viele SPD-Politiker als "Verräter".

Wie verzweifelt ist Gabriel?

Zwar soll Gabriel schon länger dafür plädiert haben, den Frieden mit Lafontaine zu suchen, aber in der aktuellen Krise zeigt das geplante Gespräch, wie verzweifelt die SPD über die historisch niedrigen Umfragewerte sein muss.

Das geheime Treffen mit dem Urgestein der Linken passt zur derzeitigen Strategie Gabriels, das Thema "soziale Gerechtigkeit" in den Mittelpunkt zu rücken.

Auch aus seinem Umfeld ist zu hören, die SPD müsse sich auf ihre Kernthemen konzentrieren, um aus dem Umfragetief wieder herauszukommen.

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