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Rechte Parteien auf Tuchfühlung? Front National lädt AfD-Chefin Frauke Petry ein

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FRAUKE PETRY WURDE VOM FRONT NATIONAL EINGELADEN
AfD-Chefin Frauke Petry wurde vom französischen Front National eingeladen | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Edouard Ferrand, Delegationsleiter des Front National im Europaparlament, hat AfD-Chefin Frauke Petry zu einem Gespräch eingeladen
  • Der rechtsextreme Front National aus Frankreich wünscht sich eine engere Zusammenarbeit
  • Teile des AfD-Vorstands sehen eine engere Kooperation kritisch

Der rechtsextreme Front National (FN) aus Frankreich strebt eine engere Zusammenarbeit mit der AfD an. Wie der "Spiegel" berichtet, hat Edouard Ferrand, Delegationsleiter des FN im Europaparlament, Frauke Petry zu einem Gespräch eingeladen. Auch beim nächsten FN-Parteitag sei die AfD-Chefin willkommen.

Mit dem AfD-Europaabgeordneten Marcus Pretzell, Petrys Lebensgefährten, besteht bereits eine Kooperation. Er ist Mitglied in der antieuropäischen ENF-Fraktion, zu der auch der Front National gehört.

Ferrand bezeichnete Pretzell gegenüber dem "Spiegel" als "wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die EU und gegen Madame Merkel".

Zustimmung vom bayerischen AfD-Landeschef

Zustimmung zur Zusammenarbeit kommt vom bayerischen AfD-Landeschef Petr Bystron: "Selbstverständlich sollten AfD-Vertreter wie Frauke Petry den Front National treffen und gemeinsame Schnittmengen erkunden", sagte er. Die französische Rechte habe sich "sehr beachtlich entwickelt", zitiert der "Spiegel".

Aus der AfD-Bundesspitze kommen hingegen kritische Stimmen. Laut "Spiegel" warnt Vorstandsmitglied Georg Pazderski vor voreiligem Handeln. "Die große Mehrheit des Bundesvorstands sieht den Front National sehr kritisch", sagt er.

Zwar dürfe Pretzell als Abgeordneter seine Fraktion frei wählen, "aber über die parlamentarische Arbeit hinausgehende Kontakte zu ausländischen Parteien muss erst der Bundesvorstand genehmigen".

"Bis vor kurzem war der Front National antisemitisch"

Auch AfD-Bundesvize Alexander Gauland äußerte sich kritisch zu einer möglichen Kooperation mit dem Front National.

Ein "symbolträchtiges Treffen zwischen Marine Le Pen und Frauke Petry" halte er laut der Agentur dpa nicht für sinnvoll. Zwar träten beide Parteien für ein "Europa der souveränen Vaterländer" ein, das "innenpolitische Gesicht" des FN sehe jedoch ganz anders aus als das der AfD. "Bis vor kurzem war der Front National auch antisemitisch", fügte Gauland hinzu.

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