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Was gerade in Colorado passiert, wird die letzten Cannabis-Gegner bekehren

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Cannabis Legalisierung ist in Deutschland überfällig | Ed Andrieski/AP
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Während die Cannabis-Legalisierung in Deutschland weiterhin nur diskutiert wird, zeigt eine Stadt im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado, was für positive Auswirkungen die geregelte Abgabe von Marihuana haben kann.

Aurora, Colorados drittgrößte Stadt, hat angekündigt, Steuereinahmen aus dem Verkauf von Cannabis für gemeinnützige Zwecke zu verwenden. Dabei sollen mehr als 1,5 Millionen US-Dollar in die Versorgung von Obdachlosen fließen.

Wie die Denver Post berichtet, rechnet die Stadt mit weiteren 5,4 Millionen US-Dollar Einnahmen für das Jahr 2016.

Gute Nachrichten für Deutschland?

Diese Nachricht könnte erneut positive Impulse in Richtung Deutschland geben, denn auch hier zu Lande werden die Folgen einer möglichen Legalisierung schon lange diskutiert. Die Argumente dafür liegen klar auf der Hand.

Nicht nur Konsumenten und die Wirtschaft, sondern vor allem die Justiz und der Staat würden in verschiedener Form von einer geregelten Abgabe profitieren, denn eines ist unbestreitbar: Die Illegalität kostet uns Milliarden an Steuergeldern.

Während sich in den USA ein ganz neuer Wirtschaftszweig etabliert, verharrt die deutsche Regierung in Schockstarre. Anstatt der Wahrheit und den Fakten endlich ins Auge zu sehen, stempelt sie Cannabis als Teufelszeug ab und weicht stichhaltigen Argumenten weiterhin aus.

Wir verschwenden Zeit und Geld

Eine Legalisierung würde nicht nur den Schwarzmarkt für Marihuana überflüssig machen und somit der deutschen Justiz erheblich Zeit und Geld sparen, sondern dem Staat auch noch Gewinne in Form von Steuern bringen. Der Hanf-Verband schätzt, dass allein im ersten Jahr bis zu 1,4 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt miteinfließen könnten.

Dieses Geld könnte nachhaltig in Infrastruktur und Bildung investiert werden, Menschen, die an und unter der Armutsgrenze leben, könnten unterstützt werden, ohne den Steuerzahler zusätzlich zu belasten -ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft.

Passend zum Thema: Cannabis-Legalisierung: Bremen will liberalere Marihuana-Politik umsetzen - Kiffen in der Schweiz? Bern will Testlauf für Cannabis-Verkauf starten

Ebenso verspricht sich der Hanf-Verband durch die Legalisierung neue Arbeitsplätze. Klingt kiffen und arbeiten vielleicht zunächst unvereinbar, ist es auf einen genaueren Blick doch nur logisch, dass eine neue Industrie, neue Arbeitsplätze schafft. Dabei geht es nicht nur um den Anbau von Cannabis, sondern natürlich auch um den Vertrieb und den Einzelhandel.

Die Haltung der Bundesregierung zu Cannabis ist genau genommen doch sehr undeutsch, denn die momentane Lage ist unkontrolliert, unreguliert und alles andere als sparsam. Wieso lassen gerade wir uns als straff organisiertes Deutschland die positiven Folgen einer kontrollierten Legalisierung durch die Lappen gehen?

Es wird doch so oder so gekifft

Prohibition hin oder her: In Deutschland wie in allen anderen Ländern der Welt wird Marihuana regelmäßig konsumiert. Verbote und Strafen scheinen weder Jugendliche noch Erwachsene davon abzuhalten, sich Cannabis auf illegale Art und Weise zu beschaffen.

Dabei gehen sie ein gesundheitliches und gesellschaftliches Risiko ein. Die Qualität des Genussmittels ist auf dem Schwarzmarkt oft mangelhaft, Stichproben deuten auf Streckmittel wie Haarspray oder Blei hin.

Wenn Bundesstaaten wie Colorado nachweislich Vorzüge aus einer staatlich regulierten Abgabe ziehen, wenn mit dem Verkauf von Marihuana beispielsweise Obdachlosen und finanziell schwachen Familien geholfen werden kann, ist es nicht dann sogar die Pflicht des Staates eine Legalisierung voranzutreiben?

Es wird Zeit, dass auch Deutschland das Potential der Pflanze erkennt und für sich nutzt!

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