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Visafreiheit für Türken: Das denken die Deutschen wirklich darüber

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ERDOGAN
Die Deutschen sehen die von Erdogan geforderte Visafreiheit skeptisch | ADEM ALTAN via Getty Images
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  • Die Kanzlerin will trotz Spannungen zwischen der EU und der Türkei am Flüchtlingsabkommen festhalten
  • Nach einer Umfrage lehnt allerdings ein großer Teil der Deutschen die geplante Visafreiheit für Türken ab

Trotz des Streits um die geplante Visa-Freiheit will die Bundesregierung das umstrittene EU-Türkei-Abkommen zur Flüchtlingspolitik retten.

Das bekräftigen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier gestern noch einmal. Das Abkommen steht auf Messers Schneide: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will einer von der EU verlangten Änderung eines Anti-Terror-Gesetzes nicht zustimmen. Die Gesetzesänderung wird aber von der EU als Voraussetzung für die versprochene Visa-Freiheit verlangt.

Mehr als zwei Drittel der Deutschen fänden es nicht schade, wenn das Abkommen platzt. In einer Umfrage lehnen 64 Prozent die geplante Visafreiheit für türkische Staatsbürger ab.

Dazu passend: Kritik an Visafreiheit für Türken - "nur Wahnsinnige konnten diesen Deal abschließen"

Nur 13 Prozent sind für die Visafreiheit, ergab eine exklusive INSA-Umfrage für die "Bild"-Zeitung. 23 Prozent machen dazu keine Angaben oder wissen es nicht.

Die Deutschen sind zudem skeptisch, dass Deutschland mit dem EU-Türkei-Deal demokratische Werte verraten hat. Nach der Umfrage stimmen 45 Prozent diese Aussage zu, 23 Prozent verneinen sie. Der Rest hatte keine Meinung zu dem Thema.

Zwei Drittel derjenigen, die eine Meinung haben, sehen demokratische Werte Europas verraten.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!


Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.


Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.


Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.


Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.


Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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