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"Haben uns von der Realität verabschiedet": SPD-Politiker rechnet mit Gabriel ab

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  • Der Essener SPD-Politiker Guido Reil ist aus der Partei ausgetreten
  • Der Fall zeigt die Unzufriedenheit der SPD-Basis mit dem derzeitigen Kurs der Partei
  • Droht nun auch Gabriel wie zuvor Merkel ein Aufstand der Parteibasis?

Nun scheint auch in der SPD zu passieren, was die CDU schon seit längerem erlebt: offene Rebellion. Gestern trat der Essener SPD-Politiker Guido Reil unter großem Gepolter aus der Partei aus.

Die "WAZ" zitiert ihn mit den Worten: "In der Flüchtlingspolitik haben wir uns endgültig und völlig von der Realität verabschiedet." Reil macht der SPD-Parteiführung einen weiteren Vorwurf: Die SPD sei nicht mehr die Partei der Arbeiter, deshalb entferne sie sich von ihren Wurzeln, schreibt die "WAZ".

An der SPD-Basis rumort es

Der Parteiaustritt sei "vielleicht der schwerste Schritt" seines Lebens, schrieb Reil auf seiner Facebook-Seite. Und weiter:

"Ich verlasse die SPD nach 26 Jahren. Sie war für mich Familie und ein Teil meiner Identität. Nach reiflicher Überlegung muss ich mir aber eingestehen, dass ich mit dem grundsätzlichen Kurs der SPD nicht mehr leben kann."

In der CDU sorgten im vergangenen Jahr immer wieder Lokalpolitiker für Aufsehen, die sich gegen den Kurs von Angela Merkel vor allem in der Flüchtlingskrise stellten. Es wurde von einem Aufstand der Basis gesprochen.

"Das ist Irrsinn"

Der Fall Reil zeigt, dass es auch in der SPD rumort. Für die Sozialdemokraten, die in Umfragen derzeit nur noch um die 20 Prozent bekommen, ist der Austritt ein gefährliches Signal. Er zeugt davon, wie sehr sich einzelne Parteimitglieder entfremdet haben. Der Vorfall von Essen sollte ein Warnschuss für Sigmar Gabriel sein.

Reil schließt seinen Abschiedsbrief auf Facebook mit den Worten:

"Den offensichtlich falschen Kurs beibehalten, auch wenn wir wissen, dass er falsch ist, nur aus strategischen Gründen – das ist Irrsinn. Aber die Strategien der SPD-Vordenker haben ja die letzten Jahre immer funktioniert. Also weiter so. Bloß nichts ändern, bloß nicht kritisch diskutieren.“

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(bp)