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"Anwalt für Menschen mit Sorgen": SPD-Urgestein fordert Richtungswechsel

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SIGMAR GABRIEL
SPD-Chef Sigmar Gabriel wird von Björn Engholm zum Richtungswechsel aufgefordert | Florian Gaertner via Getty Images
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  • Der frühere SPD-Vorsitzende Björn Engholm fordert einen Kurswechsel nach links von Parteichef Sigmar Gabriel
  • Er warnt davor, AfD-Wähler als Rechte und Rassisten abzustempeln

Die SPD ist in einer Richtungsdebatte verstrickt. Jetzt schaltet sich der frühere SPD-Chef Björn Engholm in die Diskussion ein. Er fordert angesichts des Umfragetiefs der Sozialdemokraten eine Kursverschiebung nach links.

"Die SPD muss sich wieder als Anwalt der einfachen Leute verstehen", sagte Engholm der "Welt". "Die Anwaltschaft für die Menschen mit Sorgen und Nöten und anderer Herkunft dürfen wir nicht der AfD überlassen."

Politisch gesehen werde es sehr eng, wenn alle in die Mitte drängten. "Also muss sich die SPD stärker als bisher links von der Mitte ansiedeln.

Da ist noch Platz – und Bedarf", so Engholm. "Dort muss die Partei ein Bollwerk aufbauen, sodass die Menschen im Zweifel wissen, woran sie bei der SPD sind."

Engholm warnt davor, die Wähler der AfD als Rechte abzustempeln

Dem politisch angeschlagenen SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel stärkte Engholm den Rücken.
"Unter den heute obwaltenden Umständen und allen zur Verfügung stehenden Personen ist Gabriel derzeit die richtige Lösung", sagte Engholm.

Neben Gabriel existiere kein großes Feld, aus dem die Partei beliebig schöpfen könnte. "Es kann also nicht allein an Gabriel liegen", so Engholm. "Andere, die ihn mit mehr Erfolg ersetzen könnten, sehe ich nicht."

Dazu passend: Umfragetief - Merkel und Gabriel haben nur noch ganz knappe Mehrheit

Engholm warnt davor, die Wähler der AfD als Rechte abzustempeln. "Von den großen Parteien fühlen sie sich nicht mehr verstanden, und das zeigen sie, indem sie eine Partei wie die AfD wählen. Das sind also mitnichten alles Neonazis und Rassisten. Wir sollten diese Menschen nicht abstempeln", sagt er.

"Die AfD ist ein Übel. Aber ein signifikanter Teil der Wähler, die sie gegenwärtig an sich bindet, kommt von CDU und SPD."

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