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BKA-Bericht: Mehr Terrorverdächtige unter Flüchtlingen

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BKA
Holger Muench, Bundeskriminalamt | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Dem BKA liegen 369 Hinweise auf gezieltes Einschleusen von Terrorunterstützern nach Deutschland vor
  • CDU-Innenexperte Bosbach zeigte sich besorgt

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat beunruhigende Zahlen bekanntgegeben: Mit dem Flüchtlingsstrom hat der Islamische Staat (IS) mehr Terrorverdächtige nach Deutschland eingeschleust als bislang bekannt.

Nach neuen Informationen des BKA liegen für Deutschland derzeit 369 Hinweise auf ein gezieltes Einschleusen von Mitgliedern oder Unterstützern terroristischer Organisationen seit Beginn des Flüchtlingsstroms im vergangenen Jahr vor.

Das Bundeskriminalamt warnte, dass die Terrorgefahr in Deutschland und Europa hoch bleibe. Weitere Anschläge islamistischer Terrorzellen seien nicht auszuschließen. Konkrete Hinweise auf Anschlagspläne lägen den Behörden derzeit aber nicht vor.

CDU-Innenexperte Bosbach: "Gefahren ernst nehmen"

In bislang 40 Fällen wurden auch Ermittlungsverfahren gegen die Verdächtigen eingeleitet, teilte das BKA auf Anfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit. Vorwürfe sind üblicherweise die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren Straftat.

Der CDU-Innenexperte im Bundestag, Wolfgang Bosbach, zeigte sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung“ besorgt über die neuen Erkenntnisse: "Die sich daraus ergebenden Gefahren müssen wir sehr, sehr ernst nehmen, was auch die dramatischen Anschläge von Paris und Brüssel deutlich gemacht haben.“

Kriminalität steigt durch Flüchtlinge kaum

Der Unionspolitiker verwies darauf, dass die Identität vieler Flüchtlinge ungeklärt sei; 60 Prozent hätten in den vergangenen Monaten keinen Pass bei sich gehabt.

innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke, mahnte dagegen zur Ruhe: "Die Möglichkeit, dass sich unter einer großen Menge Flüchtlinge auch einzelne IS-Anhänger einschließlich ausgebildeter Attentäter befinden, darf nicht dazu führen, jetzt Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak pauschal unter terroristischen Generalverdacht zu stellen.“

Insgesamt hat sich die Kriminalität in Deutschland durch den Flüchtlingszustrom seit Beginn letzten Jahres kaum vermehrt. Zu diesem Fazit kam das BKA in einem Bericht im November vergangenen Jahres. Stark angestiegen sind dagegen die Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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