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Mit diesen 9 dreisten Tricks zocken Banken Gering- und Normalverdiener ab

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DEUTSCHE BANK BUILDING
Mit diesen 9 dreisten Tricks zocken Banken Gering- und Normalverdiener ab | Bloomberg via Getty Images
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  • Beim Erfinden von Entgelten sind deutsche Banken sehr kreativ
  • Vor allem Gering- und Normalverdiener werden offenbar systematisch abgezockt
  • Die Huffington Post zeigt die neun dreisteten Gebühren

Hohe Mahn- und Rücklastschriftgebühren oder Überziehungszinsen im dreistelligen Prozentbereich – mit ausgefallenen Tricks versuchen die Banken, an das Geld ihrer Kunden zu kommen.

Markus Feck, Bankenexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen,
zufolge schröpfen zahlreiche Geldhäuser ihre Kunden mit "rechtswidrigen oder zumindest juristisch zweifelhaften Gebühren". Für ihn ist klar: Kostenfrei müssten auch Leistungen sein, die eine Bank im eigenen Interesse ausführen. "Vor allem, wer ohnehin schon knapp bei Kasse ist, wird mit ominösen Gebühren von manchen Banken gerne extra zur Kasse gebeten“, kritisierte er bereits im vergangenen Jahr.

Die Huffington Post zeigt die neun dreistesten Gebührenfallen, mit denen eine Branche, die in den vergangenen Jahren mit Milliarden an Steuer-Milliarden subventioniert wurde, Millionen Kunden um viel Geld bringt.

1. Gebührenfalle Adressermittlung

Lutz-Michael B. glaubte zunächst an einen Fehler. Im August 2012 entdeckte er beim Durchblättern seiner Kontoauszüge, dass ihm die Santander Consumer Bank neben seiner monatlichen Kreditrate weitere 25,50 Euro abgebucht hatte. Am Telefon habe ihm dann eine Bankmitarbeiterin mitgeteilt, es handle sich bei der Summe um eine "Gebühr für eine Adressabfrage".

Der 58-jährige Brandenburger stand vor einem Rätsel: Er war zwar zwischenzeitlich umgezogen, doch hatte er das Geldhaus nach eigenen Angaben korrekt über die neue Adresse informiert: "Sonst hätte mich die Bank ja auch nicht andauernd mit neuen Kreditangeboten bombardieren können", sagt er im Gespräch mit der Huffington Post.

B. ließ die 25,50 Euro deshalb von seiner Hausbank zurückholen und überwies fortan die Raten selbst. Doch in den folgenden Monaten hätten ihn Santander-Mitarbeiter beinahe täglich mit wechselnden oder unterdrückten Nummern angerufen und gefordert, er solle die angeblich offene Summe umgehend bezahlen. Die Bank bestreitet dies.

In den Folgemonaten erhielt Lutz-Michael B. mehrere Mahnungen. Darin heißt es, Kreditraten vom Konto des Frührentners seien nicht abgegangen. Forderte die Santander im November 2012 noch 64,35 Euro, waren es Mitte Februar 2013 bereits knapp 120 Euro. Ende Februar schrumpfte der angemahnte Betrag dann auf wundersame Weise auf weniger als 100 Euro.

Dabei geht aus den der Huffington Post vorliegenden Kontoauszügen von B. klar hervor, dass dieser in den betreffenden Zeiten sämtliche Raten fristgemäß bezahlt hat. In ihren Briefen drohte die Bank B. mit einem Schufa-Eintrag und einem gerichtlichen Mahnverfahren. Er zahlte dennoch nicht. Rechtliche Schritte leitete das Geldhaus nicht ein. B. glaubt deshalb an "einen plumpen Versuch, mit mir etwas extra Gewinn zu machen".

Die Bank weist die Vorwürfe als "haltlos" zurück: Ein Schreiben an B. habe mit dem Hinweis, dieser sei unbekannt verzogen, nicht zugestellt werden können. Daraufhin habe man eine Adressabfrage veranlasst. Weil der Kunde die Aufwandsentschädigung für die Anfrage zurück buchte, sei ein Verzugsschaden entstanden. Diesen habe das Geldhaus in den Mahnungen geltend gemacht.

Allerdings bestätigte die Bank in ihrer Stellungnahme: "Der Kunde war tatsächlich nicht mit seinen Kreditraten im Rückstand." Die Schreiben an B. betreffen nach Darstellung der Bank lediglich die nicht gezahlte Adressgebühr von 25,50 Euro sowie daraus angeblich entstandene Verzugskosten.

Jedoch steht in den Mahnschreiben kein einziges Wort von den Adressgebühren. Stattdessen trägt ein Brief an B. den Betreff "Erinnerung an eine fällige Kreditrate". Darin heißt es: "Die letzte fällige Rate wurde von Ihnen nicht bezahlt." In einer anderen Mahnung an B. heißt es, der Kredit sei mit einer oder zwei Raten ganz oder teilweise im Verzug.

Ein Verzugsschaden, der sich bereits nach einigen Monaten auf ein Vielfaches der eigentlich strittigen Summe von 25,50 Euro beläuft? Bei der Verbraucherzentrale NRW nennt man dies "komplett unzulässig". Anders als die Santander halten die Konsumentenschützer auch das Adressentgelt im Fall von B. für rechtswidrig, da dieser die Raten pünktlich bezahlt hatte.

Von anderen Kunden soll die Bank ebenfalls 25,50 Euro für Adressermittlungen verlangt haben. "Selbst bei berechtigen Anfragen ist diese Summe zu hoch", heißt es bei mehreren Verbraucherzentralen. Das Geldhaus betont dagegen auf Anfrage der Huffington Post, man verlange "keine pauschale Gebühr". Die Kosten würden "individuell so berechnet, wie sie konkret angefallen sind", sagt eine Sprecherin. Seit 2015 hat das Institut die für die Kunden fällige Summe nach eigenen Angaben jedoch auf zehn Euro begrenzt.

2. Extrem hohe Mahngebühren

Für Unmut sorgt auch die Mahnpraxis der Bank: Kunden wurde zumindest in der Vergangenheit mitunter bereits bei einer nur wenige Tage verspäteten Zahlung ein Verzugsschaden im niedrigen zweistelligen Bereich berechnet - und das auch bei geringen Ratenhöhen.

"Hohe Verzugsschäden sind bei der Santander Consumer Bank der Regelfall", kritisierte die Verbraucherzentrale Brandenburg bereits im Mai 2015. Die Bank erhebe pauschalisiert 19,50 Euro an Verzugskosten. Bei Beschwerden über die Bank sei ständig von dieser Summe die Rede. Eine "Gebühr" in dieser Höhe sei jedoch unzulässig.

Das Institut weist die erhobenen Vorwürfe auf Anfrage der Huffington Post umfassend zurück. Eine generelle Bepreisung von Verzugsschäden mit 19,50 Euro habe es nie gegeben. Der Schaden werde individuell berechnet, es handle sich um "keine pauschale Gebühr".

Der vom Geldhaus zu Recht verlangte Verzugsschaden setze sich aus dem gesetzlichen Verzugszins sowie "dem tatsächlichen Bearbeitungsaufwand und weiter angefallenen Kosten wie zum Beispiel Porto" zusammen. Dieser Schaden belaufe sich in den meisten Fällen auf 15 bis 20 Euro.

Komme der Kunde seiner neuen Zahlungsverpflichtung nicht vollständig nach, entstünden weitere Verzugsschäden. So konnte es zumindest in der Vergangenheit passieren, dass die Bank für nicht gezahlte angebliche Schäden für Verzug oder Rücklastschriften im niedrigen zweistelligen Bereich bereits einige Wochen später weitere 19,50 Euro anmahnte. Nach eigenen Angaben deckelt die Santander seit Februar 2015 den vom Kunden verlangten "Verzugsschaden" pro Mahnung auf maximal 5,50 Euro.

Mehrere Verbraucherzentralen halten jedoch auch diese Summe für zu hoch. Zahlreiche Gerichte beschäftigten sich zuletzt mit der Höhe von Mahnkosten. Firmen dürfen demnach nur die Ausgaben für Papier, Druck, Porto und gegebenenfalls Verzugszinsen verlangen. Mehrere Landes- und Oberlandesgerichte erachteten maximal 1,50 Euro für zulässig.

3. Dreiste Abzocke bei Pfändungskonten

Für den Bundesgerichtshof ist die Sache klar: Das höchste deutsche Gericht urteilte im Jahr 2012, das sogenannte Pfändungskonto (P-Konto) dürfe nicht teurer sein als ein normales Girokonto. P-Konten sind für hunderttausende verschuldete Deutsche die letzte Chance, mit ihren Familien in Würde zu leben.

Denn sie sollen sicher stellen, dass den verarmten Menschen zumindest das Existenzminimum bleibt. Sie sollen trotz Pfändung Zahlungen über das Konto abwickeln und Bargeld abheben können. Wenn aber ein P-Konto plötzlich 15 Euro im Monat kostet, ist dies für viele Verschuldete schlicht nicht bezahlbar.

Doch Gesetze gelten nur für die anderen, denkt man offenbar in den Vorstandsetagen mancher Banken. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fragte 2013 fast 50 Banken, ob sie das BGH-Urteil auch tatsächlich umgesetzt hatten – doch nur zwei Drittel der Institute bestätigten dies.

Auch danach mussten mehrere Verbraucherzentralen gegen Banken gerichtlich einschreiten, die noch immer überhöhte Gebühren für die P-Konten verlangten. Ein Finanzinstitut kassierte einem Medienbericht zufolge zuletzt sogar 20 Euro pro Monat für das P-Konto.

Manche Geldinstitute verweigern ein P-Konto aber Medienberichten zufolge für bestimmte Kunden gleich ganz – oft unter der Angabe fadenscheiniger Gründe. Rechtsanwalt Christoph Hytrowski, Berater bei der Herner Schuldnerberatung, klagte etwa gerade erst in der "WAZ", dass Banken höheren Verwaltungsaufwand bei den P-Konten scheuten.

4. Rechtswidrige Gebühren für Karten-Sperren

Einige Institute kassieren der Verbraucherzentrale NRW zufolge zu Unrecht Entgelte für die Sperre von Zahlungskarten. Dabei hätten Banken und Sparkassen die gesetzliche Pflicht, Karten zu sperren, damit kein Schaden entstehen kann. Illegal sei eine Gebühr "immer dann, wenn die Bank eine gesetzliche Pflicht erfüllt."

5. Abzocke am Geldautomaten – fünf statt einem Euro

Für Verbraucher ist es schon seit Jahren ein Ärgernis. Man ist unterwegs, braucht Bargeld und gerade ist keine Filiale der eigenen Bank in der Nähe. Also hebt man bei einer Fremdbank ab – doch zuhause kommt beim Blick auf den Kontoauszug oft das böse Erwachen.

Zwar hatten sich zahlreiche Privatbanken vor einigen Jahren freiwillig verpflichtet, nur noch 1,95 Euro zu verlangen. Doch bei immer mehr Geldinstituten gilt offenbar angesichts Dauer-Tiefzinsen: Was interessiert mich das Geschwätz von gestern. Viele Privatbanken hatten zuletzt kräftig an der Gebührenschraube gedreht. Und Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen langen ohnehin schon lange kräftig zu, wenn Kunden anderer Banken bei ihnen Geld abheben.

Dem Verbraucherzentrale Bundesverband zufolge verlangen viele Raiffeisenbanken und Sparkassen, wenn Kunden von Fremdbanken zu ihnen kommen, Gebühren von bis zu fünf Euro. Von Abzocke“, sprechen die Konsumentenschützer. "Denn der Vorgang selbst kostet nicht mal einen Euro", argumentiert VZBV-Finanzexperte Frank-Christian Pauli.

Deutsche Bank und ihre Tochter Postbank kassieren seit September vergangenen Jahres dennoch 3,95 Euro für das Abheben an ihren Automaten. Auch die Commerzbank will von Fremdkunden fast vier Euro.

Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist es teilweise noch teurer. Die Privatbanken begründen den jüngsten Schritt mit höheren Kosten und dem Aufwand für den Betrieb der Automaten.

Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur lag die Preisspanne für Fremdabhebungen im vergangenen Herbst 2015 bei den Sparkassen, die den größten Marktanteil in Deutschland haben, im Schnitt bei etwa 4 bis 4,50 Euro.

Laut einer Untersuchung der FMH Finanzberatung von 2015 verlangen deutsche Banken im Schnitt 3,93 Euro fürs Abheben an fremden Geldautomaten.

Vereinzelt verlangten Geldinstitute in der Vergangenheit auch immer wieder bis zu acht Euro oder mehr – und im Ausland können die Kosten für das Abheben sogar schnell in den zweistelligen Bereich gehen.

Immerhin werden Kunden an inländischen Bank-Automaten zumindest
über die horrenden Preise informiert: Wer mit den genannten Preis nicht einverstanden ist, kann die Abhebung kostenfrei abbrechen.

6. Wenn die Lastschrift platzt, wird es bei vielen Banken teuer

Bei geplatzten Lastschriften berechnete die Santander Consumer Bank den Kunden zumindest noch im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben die Kosten der Fremdbank "sowie den tatsächlichen mit der Rücklastschrift verbundenen Mehraufwand unserer Bank". In der ganz überwiegenden Anzahl der Fälle würden sich die Kosten auf 12,50 Euro belaufen, sagte ein Sprecher im Mai 2015 "Spiegel Online".

Doch auch andere Banken schröpfen die Kunden zuweilen: Für ein einfaches Schreiben, in dem das Geldinstitut dem Kunden nur mitteilt, dass ein Dauerauftrag oder eine Lastschrift gescheitert ist, kassiert eine hessische Volks- und Raiffeisenbank 4,50 Euro. Bei einer Sparda Bank waren zuletzt sogar sechs Euro fällig, wenn eine Lastschrift nicht abgeht.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg hält jedoch lediglich Gebühren von zwei bis maximal 2,50 Euro für zulässig. "Solche Vorgänge sind heute automatisiert. Außer Papier und Porto fallen daher nicht mehr allzu viele Kosten an“, heißt es dort auf Anfrage.

Lange Zeit waren Benachrichtigungsentgelte generell rechtswidrig - doch eine EU-Richtlinie spielte zuletzt den Banken in die Hände und erlaubte zumindest eine geringe Gebühr. Über die Höhe der tatsächlich zulässigen Entgelte könnten jedoch bald deutsche Gerichte entscheiden.

7. Teure Pauschalgebühren: Mehrere tausend Prozent für Überziehungen

Einzelne Institute verlangen von ihren Kunden, wenn diese ihr Girokonto auch nur für kurze Zeit ein paar Cent über das Dispolimit hinaus überziehen, eine pauschale Mindestgebühr. Kunden der Targobank müssen bei vielen Girokonten, wenn sie überziehen, ab dem ersten Cent sogar eine Monatspauschale von 4,95 Euro berappen.

Die Verbraucherzentrale NRW rechnete bereits 2015 vor: Überzieht ein Targobank-Kunde etwa in jedem Monat eine Woche lang sein Konto mit einer Summe von 50 Euro, so zahlt er auf ein Jahr gerechnet eine Extragebühr Höhe von 36,40 Euro - zusätzlich zum regulären Überziehungszins. So könne schnell ein dreistelliger Zinssatz zustande kommen.

Bei solchen Zinssätzen sei die Wuchergrenze schnell erreicht, heißt es bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Targobank verweist dagegen darauf, dass es sich um keinen Zins, sondern um ein Entgelt handle. Die Rechnungen der Verbraucherzentrale seien sehr theoretisch, da der Kunde ja nie dauerhaft so geringe Summen überziehe, sagt ein Bank-Sprecher auf Anfrage der Huffington Post.

Ohnehin sind die Düsseldorfer in guter Gesellschaft: Auch die Deutsche Bank streicht pauschal 6,90 Euro pro Quartal ein, wenn der Kunde auch nur einen Cent überzieht. Würde ein Kunde sein Konto ein Jahr lang nur um einen Euro überziehen, käme dies nach Berechnungen der FMH-Finanzberatung einem Zinssatz von 2760 Prozent gleich.

Während das Oberlandesgericht Frankfurt die Gebühr der Deutschen Bank als "sittenwidrig“ erachtete, wogegen das Geldhaus einem Sprecher zufolge in Revision geht, hielt das Oberlandesgericht Düsseldorf das Model der Targobank für rechtens. Noch in diesem Jahr wird der Bundesgerichtshof über den Fall entscheiden.

8. Räuberbanken zocken beim Dispo ab

Der Leitzins der Europäischen Zentralbank ist so niedrig wie nie. Das spüren die Deutschen, wenn Sie ihr Erspartes zur Bank bringen. Wenn es um das Guthaben der Kunden geht, sind Zinsen bei den Geldinstituten dagegen zunehmend zum Fremdwort geworden.

Geht es dagegen um den Dispo-Zins, der fällig wird, wenn Kunden vertraglich vereinbart ihr Konto überziehen, ist das Zinsniveau für viele Kunden astronomisch hoch: Mehr als satte 18 Prozent verlangte Anfang Mai eine ostdeutsche Sparkasse an Dispo-Zinsen.

Die Stiftung Warentest wollte im August vergangenen Jahres wissen, wie hoch die Dispozinsen deutscher Banken tatsächlich sind. Der Durchschnittszins von 1472 befragten Instituten lag bei stolzen 10,25 Prozent.

"Zu viele Banken nutzen den Dispozins, um ihre Kunden zu schröpfen", sagte Stiftung-Warentest-Chef Hubertus Primus damals. Ein fairer Zins müsste nach Ansicht von Konsumentenschützern bei fünf bis acht Prozent liegen.

Doch die Banken streichen von Gering- und Normalverdiener so satte Milliardensummen ein. Jeder Prozent-Punkt mehr spült – grob über alle Institute gerechnet – 345 Millionen Euro in die Kassen der Institute. Kein Wunder: Fast jeder fünfte Deutsche überzieht sein Konto regelmäßig.

Klar ist: Wegen der Niedrigzinsen suchen Banken händeringend neue Einnahmequellen – viele haben den einfachen Kunden im Visier. Teure Vorstandsgehälter wollen ja weiterhin finanziert werden.

9. Die Konto-Gebühren stiegen zuletzt deutlich

Die genossenschaftliche GLS verlangt laut "Bild“ mittlerweile bis zu 15 Euro "Solidarbeitrag“ im Monat. Bei der Sparkasse Bottrop verteuerte sich dem Bericht zufolge das Girokonto von sechs auf sieben Euro im Monat.

Die Sparkasse Frankfurt verlangt laut einem Bericht des "Münchner Merkur" von nicht wohlhabenden Rentnern oder Geringverdienern satte 6,90 Euro Kontoführungsgebühr, während gut betuchte Leute da gar nichts zahlen. Kunden müssen immer häufiger dafür bezahlen, dass sie die Überweisungen am Bankterminal selbst machen. Die Commerzbank wollte zuletzt von Kunden des bislang kostenlosen Girokontos, die Papierbelege einreichen, eine Gebühr von 1,50 Euro pro Überweisung verlangen.

Gut ein Drittel von 90 befragten Banken und Sparkassen haben diese Gebühr schon eingeführt. Das ergab gerade eine Recherche des Finanzportals "Biallo.de“ für den "Münchner Merkur“. Die Spanne der Überweisungs-Kosten reicht demnach von 0,05 Euro je Überweisung (Volksbank Stuttgart und Friedrichshafen) bis zu stolzen zwei Euro. Das verlangt die Bremer Volksbank.

Da können schnell größere zweistellige Euro-Summen an Bankkosten im Monat zusammenkommen. Betroffen sind davon Millionen Menschen – darunter vor allem Rentner, Arbeitslose, Kleinverdiener oder Migranten.

Viele von können nicht auf das billigere Online-Banking ausweichen, etwa aufgrund von Verständnisproblemen oder, weil sie sich schlicht keinen Computer leisten können. Manche Menschen in prekären Verhältnissen sind froh, sich überhaupt ein Konto leisten zu können.

Einzelne Banken bieten aber noch immer komplett oder beinahe kostenlose Konten an. So etwa die Santander-Bank: In ihren rund 300 Filialen kann man sein Konto beinahe gebührenfrei führen. Es fallen nur dann 50 Cent pro Überweisung an, wenn man diese per Hand ausfüllt und in der Filiale abgibt.

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(lk)