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Alice Schwarzer bei "Maischberger": "Islamismus ist der Faschismus unserer Zeit"

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MAISCHBERGER
Alice Schwarzer und Murat Kaymann bei "Maischberger" | WDR/Max Kohr
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  • Bei "Maischberger" ging es um einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Islam und Gewalt gegen Frauen
  • Feminismus-Ikone Schwarzer lieferte sich heftige Wortgefechte mit dem Muslimen-Vertreter Kaymann

Selbst Moderatorin Sandra Maischberger schien von dieser Sendung genervt zu sein. "Mann, Muslim, Macho: Was hat das mit dem Islam zu tun?", fragte sie ihre Gäste.

Was folgte, war eine verworrene, laute Sendung, in der die Gäste regelmäßig nicht in der Lage waren, einen Satz zu beenden. "Ich bin nicht sicher, ob unsere Zuschauer noch folgen können", versuchte die Moderatorin hilflos Ordnung in die Sendung zu bringen.

"Islamismus ist der Faschismus unserer Zeit"

Es begann mit Alice Schwarzer. Die Feminismus-Ikone war in Hochform: rechthaberisch, schnodderschnäuzig - aber hin und wieder auch mit Humor. Die Sendung eröffnete sie gleich mit einem nuklearen Erstschlag gegen den Vertreter der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion, Ditib, Murat Kayman: "Der Islamismus ist der Faschismus unserer Zeit", polterte sie.

Da war sie wieder, die altbekannte Faschismus-Keule.

Bei den sexuellen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht sei es nicht um sexuelle Frustration der Täter gegangen. Stattdessen wollten diese "Frauen klatschen", sagte sie. "Die Täter haben nicht gefummelt, sondern den Frauen die Faust zwischen die Beine gestoßen."

Kaymann griff sie auch direkt an: Sein Verein Ditib sei "der verlängerte Arm von Erdogan" in Deutschland. "Ditib steht für Scharia-Islam in Deutschland."

"Sie vergiften die Debatte!"

Der Muslim-Vertreter Kaymann hatte das Studio schon in einer beleidigten Grundhaltung betreten. Er bat, eine "bedeutsame Eingangsbemerkung" machen zu dürfen. Er sei froh, dass sein Name nicht in der der Alliteration im Titel der Sendung vorkomme: "Mann, Muslim, Macho, Murat." So ging es denn weiter.

Sofort verkeilte er sich mit Schwarzer in einer lautstarken Debatte. "In Deutschland gibt es inzwischen mehr Islamexperten als Muslime", spottet über sie. "Sie vergiften die Debatte!", warf er der Publizistin vor.

Faschimus-Keule, die zweite: Die Grünen-Politikerin Simone Peters wies gleich zu Beginn der Sendung darauf hin, dass Kritik an Muslimen, Flüchtlingen oder Asylbewerbern rechtsradikale Hetzer stärken würde.

Dazu passend: Liebe Alice Schwarzer, wer Sie noch ernst nimmt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank

Als es um die sexuellen Übergriffe in Köln ging, sagte sie, "das Sexualverhalten darf nicht der Lackmustest für die Integration sein".

"Wobei ich es spannend fände, wie lange die schon da sind und ob sie Zugang zu Integrationsmöglichkeiten hatten. Das würde ich gern mal wissen", warf sie in Runde. Hochgezogene Augenbrauen waren die Folge.

"Sie werden bald die grüne Partei des Korans sein!"

Der ehemalige ARD-Korrespondent Samuel Schirmbeck stellte Peters die Frage, die allen auf der Zunge lag: "Muss man erst einen Integrationskurs machen, um zu lernen, dass man mit Frauen so nicht umgehen darf?"

Er ging die Grünen-Politikerin hart an: "Sie werden bald wirklich eine grüne Partei sein: die des Koran!" Grün gilt als die Farbe der heiligen Schrift der Muslime.

"Den nichtpolitischen Islam gibt es nicht. Der Islam ist immer politisch. Sobald er aus der Moschee kommt, versucht er, die Gesellschaft radikal zu verändern", sagte er.

"Sie bewegen sich nahe an der Grenze zu biologischen Argumenten!"

Dann folgte der dritte Auftritt der Faschismus-Keule: "Sie bewegen sich nahe an der Grenze zu biologistischen Argumenten", warf Kaymann ihm vor.

Der Journalist reagierte empört: "Das lasse ich mir nicht gefallen." Kritik am Islam müsse erlaubt sein. "Als wir den Stalinismus kritisierten, haben wir doch auch nicht den einzelnen Russen kritisiert!"

Die einzige konstruktive Kritik an der islamischen Gemeinde kam ausgerechnet von einem ehemaligern Salafisten:

"Ich möchte, dass die Imame endlich Stellung beziehen, zum IS, zum Jihad, zur Scharia", sagte Dominic Musa Schmitz.

Leider ging dieser Aufruf etwas unter.

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(ca)