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Generation Heulsuse: Ihr seid ein verdammter Witz

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Generation Heulsuse: Ihr seid ein verdammter Witz | Tripod via Getty Images
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Wir ziehen uns eine Generation von Weicheiern heran. Da habt ihr’s. Ich habe es ausgesprochen.

Als ich noch zur Schule ging, hatte ich eine großartige Englischlehrerin. Ihr Name war Ms. Wei. Sie stellte sich vor die Klasse und sagte uns ganz klar, dass sie uns immer fair benoten würde. Und dass eine faire Note nicht immer eine 1 ist.

„Ich verstehe durchaus, dass ihr und eure Eltern der Meinung seid, etwas ganz Besonderes zu sein. Ich aber vergebe Noten auf Grundlage eurer Arbeiten, und wenn eure Eltern mir Mails schreiben und sich beschweren, dann ignoriere ich diese.“

Ja, Ms. Wei war manchmal ziemlich direkt. Aber ich habe sie vergöttert und ich kenne keinen, dem es nicht so ging. Und sie hat einen wichtigen Punkt angesprochen.

Generation Y: Eure Eltern werden es euch nicht sagen, genauso wenig eure Freunde, denn schon der kleinste Anlass reicht euch, um sofort zum Therapeuten zu rennen und euch in eurer Opferrolle zu suhlen. Aber

stellt. Euch. Verdammt. Nochmal. Nicht. So. An.

Ich werde mich für meine Worte nicht entschuldigen, denn wisst ihr was? Es tut mir nicht leid. Ich hoffe, dass meine Worte euch beleidigen. Aber eigentlich ist es ganz egal, was ich sage, ihr fühlt euch durch alles beleidigt. Denn das macht eure Generation aus.

Und das hier ist keine rückhaltlose Hasstirade. Oh nein, sie wird von Psychologie und Wissenschaft gestützt. "Psychology Today" hat Informationen von Colleges zusammengetragen, aus denen hervorgeht, dass Lehrer aufgeben und besser bewerten, weil sie Angst vor den GEFÜHLSAUSBRÜCHEN DER STUDENTEN HABEN. SAGT MAL WOLLT IHR MICH EIGENTLICH VERARSCHEN?!

LEHRER HABEN ANGST IHRE ARBEIT ZU TUN, WEIL IHR SO ÜBERSENSIBEL SEID?

Im Sommer habe ich ein Feriencamp betreut, und die nächste Generation ist noch schlimmer als unsere. Diese Kinder wachsen mit so viel Bio-Du bist was Besonderes-Mist auf, dass sie wahrscheinlich einen psychischen Zusammenbruch erleiden werden, sobald ihnen jemand sagt, dass sie leider nicht so perfekt sind, wie sie glauben. Und das ist zum Kotzen.

Eilmeldung: Nicht jede Kritik ist ein Angriff auf die Persönlichkeit. Manchmal liegt ihr einfach nur völlig falsch. Und die Menschen sagen es euch, damit ihr aus euren Fehlern lernen könnt. UND NICHT, DAMIT IHR GLEICH NACH HAUSE RENNT UND EUCH HEULEND BEKLAGT, WIE GEMEIN DOCH DIE WELT IST, WIE UNFAIR ALLE ZU EUCH SIND UND IHR EUCH IN EUREM SELBSTMITLEID SUHLEN KÖNNT.

Ich verstehe schon, das Studium ist eine stressige Zeit. Das Leben ist stressig. Und ja, Worte können wehtun. Aber wir sind an einem Punkt angelangt, an dem unsere Generation nicht einmal mehr einen Witz machen kann, oder dass jemand gleich ein Fass aufmacht. #JetztHabenWirAberEinProblemHier.

Bitte haltet einfach die Klappe.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass nicht alle gemein und unfair euch gegenüber sind. Jeder wurde mal geärgert. Jeder hatte mal eine schlechte Note. Jeder hat mal Mist erlebt, wurde verletzt und lag falsch. IRGENDWANN MAL.

Aber Rachel, jeder reagiert anders.

Nein, nein, nein. Haltet die Klappe. Hört zu. Denn wenn ihr jetzt angepisst seid, dann seid ihr genau die Menschen, über die ich hier schreibe.

Ihr. Du.

Wir leben in einer Generation der Internetkriege, überfüllten Beratungsstellen und des Händchenhaltens.

Es gab mal eine Zeit, in der Menschen unterschiedlicher Meinung sein und sich auf intelligente, gebildete Art und Weise darüber austauschen konnten. Wenn heutzutage einmal zwei Menschen unterschiedlicher Meinung sind, dann haben wir gleich einen verdammten 3. Weltkrieg. Menschen konnten mal einen Witz machen, ohne dass gleich 4327852795 Interessenvertreter vor der Tür standen. Die Menschen konnten einfach leben, ohne durch ihre bloße Existenz jemanden zu beleidigen.

Hier ist ein Sahnestück der Meinungsäußerung: Die meiste Zeit unterhalten sich die Menschen einfach und wenden keine besonderen Mühen auf, um jemanden zu beleidigen. Die Menschen machen Witze. Die Menschen haben unterschiedliche Meinungen, die nicht mit eurer Meinung übereinstimmen. Die Menschen denken einfach, wie sie denken; sie sind, wie sie nun einmal sind und es ist sehr wahrscheinlich, dass das mal so überhaupt gar nichts mit euch zu tun hat.

Beispiel: Ich poste diesen Artikel und sicherlich werden einige anderer Meinung sein. Manche von euch werden sicherlich ihre Meinung darüber kundtun, was für ein herzloser und fieser Mensch ich doch bin. Manche von euch werden daraus einen Rassismus- oder Gender- oder Wasauchimmer-Skandal drehen. Manche von euch werden diesen Artikel sicher kommentieren. Und ich werde nicht beleidigt sein. Dann das ist euer gutes Recht. Genauso, wie es mein gutes Recht ist, zu sagen, dass es mir scheißegal ist.

Hier ist euer Sahnestück, macht euch in eurem Frust darüber her, dann das ist typisch für Weicheier wie euch.

RANDBEMERKUNG: Ich gehe mal auf einige Dinge ein, die in den Kommentaren stehen werden. Mir ist durchaus bewusst, dass „sich über Beschwerden zu beschweren“ mehr als nur ein wenig Heuchelei beinhaltet. Die Vulgarität und der Mange an Quellen rührt daher, dass ich diesen Artikel aus purer Langeweile und Frustration raus in meiner Philosophie-Vorlesung geschrieben habe, nachdem ich einige dieser „ganz besonderen Wesen“ beobachten konnte.

Wenn ich damit die Aufmerksamkeit erregen und den Wirbel hätte verursachen wollen, wie es jetzt geschehen ist, dann hätte ich die Sprache sicher angepasst und ich hätte noch weitere Quellen und Belege beigefügt.

Ich habe ehrlich nicht damit gerechnet, dass mein kleiner bescheidener Wutausbruch zu solch einer Diskussion führen würde. Aber hey, so ist das Internet. Ja, ich bin auch ein Millennial. Ja, ich bin eine Frau. Ja, ich gehe aufs College. Weitermachen.

RANDBEMERKUNG 2: Also gut, ich werde mir die Zeit nehmen, mich bezüglich der Beratungsbemerkung zu erklären. Ich habe nirgends geschrieben, dass ich etwas gegen psychische Erkrankungen habe, obwohl einige es so aufgefasst haben.

Mir geht es um etwas Anderes: a) habe ich etwas gegen Menschen, die sich Dingen und Einrichtungen bedienen und diese ausnutzen, die Menschen mit psychischen Erkrankungen vorbehalten sind, weil sie selbst übersensibel sind und b) Menschen, die an einer Psychischen Krankheit leiden und diese als Schutzschild und Rechtfertigungsgrund für ihre Taten verwenden.

Ich greife keinesfalls Menschen an, die jeden Tag alles tun, um mit ihrer psychischen Erkrankung umzugehen und damit zu leben. Ich habe etwas gegen Menschen, die sich auf ihrer Erkrankung ausruhen und sie als Entschuldigung benutzen, um Vergünstigungen für sich rauszuschlagen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf theoxytocinchronicle.com und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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(glm)