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ESC 2016: Kurz vor dem Halbfinale kam es zum Skandal

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ESC 2016
Sergey Lazarev zog ins Halbfinale des ESC 2016 ein | JONATHAN NACKSTRAND via Getty Images
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  • Kurz vor Beginn des ersten Halbfinales des ESC 2016 wurde ein russisches Jury-Mitglied suspendiert
  • Der russische Kandidat Sergey Lazarev zog trotzdem in das Finale ein

Das erste Halbfinale des Eurovision Song Contests 2016 begann mit einem Skandal. Kurz bevor die Sendung ausgestrahlt wurde, muss Favorit Russland eine Niederlage einstecken.

Wie die ARD am Dienstagabend bekannt gab, hat der russische Sender RTR in Abstimmung mit der Europäischen Rundfunkunion (EBU) mit Sängerin Anastasia Stotskaja (33) ein Mitglied der russischen ESC-Jury suspendiert.

Ihr Abstimmungsergebnis werde für ungültig erklärt. Für das Finale am Samstag dürfe Russland ein Ersatz-Jury-Mitglied bestimmen.

Grund für die Maßnahme ist ein Video, das die Sängerin und Schauspielern ins Netz gestellt hat - denn dieses enthalte Äußerungen, die laut EBU gegen "den Geist des Wettbewerbs" seien. Ein Verstoß gegen die strengen ESC-Regeln liege jedoch nicht vor.

Stotskaja zeigte ihren Bewertungsbogen im Internet

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In dem kurzen Clip ist die russische Jury zu sehen, wie sie am Montagabend die zweite Generalprobe für das Halbfinale auf einem Fernseher verfolgt, um über Auftritte und Punktevergabe zu diskutieren. Dabei kommentieren sie mit wertenden Aussagen wie "Hübsch, aber seltsam" die Leistungen der anderen ESC-Kandidaten.

Außerdem schwenkt Stotskaja kurz mit der Kamera auf ihren eigenen Bewertungsbogen.

Sergej Lasarew überzeugte Zuschauer und Jury

Dem Erfolg des russischen Kandidaten schadete dies aber nicht. Sergej Lasarew überzeugte Zuschauer und Jury beim ersten Halbfinale am Dienstagabend in Stockholm mit dem Song "You Are The Only One" und schaffte den Sprung ins Finale.

Bei dem britischen Wettanbieter Ladbrokes hatte der Russe vor der Show hoch im Kurs gestanden.

Auch die Kandidaten aus Deutschlands Nachbarländern qualifizierten sich für die Finalshow am Samstagabend: Douwe Bob ("Slow Down") aus den Niederlanden, Zoë ("Loin d'ici") aus Österreich und die Tschechin Gabriela Gunčíková ("I Stand").

Dabei sind außerdem Ungarn, Aserbaidschan, Kroatien, Armenien, Zypern und Malta. Für Finnland, Griechenland und Island endete die Eurovision-Reise dagegen. Künstler aus 18 Ländern hatten in Stockholm um zehn Finalplätze gekämpft.

Vorjahressieger Måns Zelmerlöw unterhielt die Fernsehzuschauer mit seinem Gewinner-Song "Heroes". Der Schwede, der den Song Contest 2015 in seine Heimat geholt hatte, sang die Hymne gemeinsam mit Kindern.

Tanz zur Flüchtlingssituation berührte die Zuschauer

Fast mehr als die Songs berührte die Zuschauer ein Tanz zur Flüchtlingssituation, choreographiert von dem Schweden Benke Rydman. In der Veranstaltungshalle "Globen" lagen sich einige Fans in den Armen und weinten, als Tänzer das Stück "The Grey People" darboten, das das Leid der Menschen auf der Flucht darstellen sollte.

Das zweite Halbfinale geht am Donnerstag über die Bühne. Die deutsche ESC-Kandidatin Jamie-Lee Kriewitz ("Ghost") ist genau wie die Künstler aus Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien und dem Gastgeber-Land Schweden automatisch für das Finale qualifiziert.

Mit Material von Spot on und dpa

Für Russland geht der Musiker Sergey Lazarev in Schweden ins Rennen. Mit seinem Song "You Are The Only One" gilt er als einer der Favoriten. Beim Halbfinale tritt er als neunter nach San Marino auf.

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(ben)