Huffpost Germany

Nach dem Sex musste sie erbrechen - was der Arzt ihr dann sagte, konnte sie kaum glauben

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Was die Frau beschreibt, klingt äußerst schmerzhaft. Sie berichtet von starkem Brennen in der Vagina, anschwellenden Schleimhäuten und großer Übelkeit. Und zwar immer dann, wenn sie mit dem Sperma ihres Partners in Kontakt kommt.

Ihr ist die Reaktion unangenehm, daher sucht sie zunächst anonym Hilfe in einschlägigen Foren, dann geht sie schließlich zum Arzt.

Unangenehme Diagnose

Der Mediziner bestätigt dann ihren Verdacht: Sie hat eine Sperma-Allergie. Beim Kontakt mit Samenflüssigkeit mit der Haut kommt es zu Rötungen und Schwellungen, sogar Ausschlag am ganzen Körper ist möglich. Bei schlimmen Fällen bekommen die Patienten Durchfall oder müssen sich erbrechen. Schlimmstenfalls, so der Allergologe Johannes Ring vom Universitätsklinikum der TU München, kann eine Sperma-Allergie sogar lebensbedrohlich sein.

Beim Hautkontakt mit dem Sperma könnten die Atemwege zuschwellen, das Herz-Kreislaufsystem wird in Mitleidenschaft gezogen. Atemnot, Ohnmacht oder schlimmstenfalls ein anaphylaktischer Schock, der zum Tod führen kann, sind die möglichen Folgen.

"Die Allergie ist nicht partnerspezifisch"

Bei einer Sperma-Allergie reagieren Betroffene (auch Männer können eine Sperma-Allergie haben) nicht auf die Spermien selbst, sondern auf die Flüssigkeit, die Spermien enthält - das sogenannte Seminalplasma. Das Immunsystem reagiert auf diesen eigentlich harmlosen Stoff wie auf einen Krankheitserreger: Mit einer heftigen Abwehrreaktion.

Diese Reaktion ist allerdings sehr selten. Der Allergologe Jean-Pierre Allam vom Universitätsklinikum Bonn erläutert, dass Daten aus den USA von rund 20.000 bis 40.000 Betroffenen ausgingen. Allerdings sei die Dunkelziffer recht hoch, da den Patienten das Thema unangenehm sei. "Seit 2005 mehren sich aber Berichte", so der Mediziner.

Gute Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Sperma-Allergie seien aber recht simpel - zunächst schütze der Gebrauch eines Kondoms. Frauen mit Kinderwunsch könnten allergieunterdrückende Medikamente nehmen, zudem ließe sich auch eine Hyposensibilisierung durchführen.

Wichtig ist nur, dass Betroffene ärztlichen Rat aufsuchen. Und sich nicht aus falscher Scham gesundheitlich gefährden.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Diese Frau trank 4 Wochen lang 3 Liter Wasser pro Tag. Die Veränderung ist unglaublich