Huffpost Germany

"Ende der Willkommenskultur ist besiegelt": Seehofer brüskiert Merkel in Zeitungsinterview

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MERKEL
Kanzlerin Angela Merkel (l.) und CSU-Chef Horst Seehofer: Ein Zeitungsinterview könnte für neuen Ärger in der Union sorgen (Archivbild) | dpa
Drucken
  • Die Unionsparteien legen ihren Streit um die Grenzkontrollen vorerst bei
  • CSU-Chef Seehofer nutzt das, um sich als Merkel-Bezwinger darzustellen
  • In einem Interview stellt er die Kanzlerin bloß und verkündet das "Ende der Willkommenskultur"

Es sind Aussagen mit reichlich Zündstoff: In einem Interview hat CSU-Chef Horst Seehofer Kanzlerin Angela Merkel mit Aussagen über die Einigung beim Streit über die Grenzkontrollen brüskiert.

Die Vereinbarung mit der CDU wertet der notorische Merkel-Gegner Seehofer nicht nur als Erfolg der eigenen Politik, sondern auch als Sieg über die Kanzlerin. Man habe "das Ende der Willkommenskultur notariell besiegelt", sagte Seehofer der "Süddeutschen Zeitung".

Seehofer hatte stets zu den Merkel-Gegnern gehört

Damit spielt Seehofer auf den liberalen Flüchtlingskurs der Kanzlerin im vergangenen Jahr an, der nach Ansicht von Kritikern die Flüchtlingskrise in Europa erst forciert habe. Auch Seehofer gehörte stets zu den Gegnern der Merkel'schen Politik in Sachen Flüchtlinge.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und sein bayerischer Kollege Joachim Herrmann (CSU) hatten sich in der Nacht zum Dienstag auf eine Lösung bei den Grenzkontrollen verständigt.

Im Gegenzug hat die bayerische Staatsregierung die angedrohte Verfassungsklage gegen den Bund vorerst auf Eis gelegt.

"Ein Dokument der Wende"

Wie das Blatt berichtet, fühle sich die CSU als klarer Gewinner in der Auseinandersetzung mit der CDU. Vor Mitgliedern seines Kabinetts nannte Bayerns Ministerpräsident Seehofer die Vereinbarung zu den Grenzkontrollen ein "Dokument der Wende" in der Flüchtlingspolitik.

Bayern habe sich mit seinen Positionen durchgesetzt. Die Verfassungsklage liege in einer Schublade, könne bei Bedarf aber jederzeit herausgezogen werden, sagte der CSU-Chef.

Nach der Einigung mit Berlin gehe es nun jedoch darum, gemeinsam weitere Sicherheitsmaßnahmen in der EU auf den Weg zu bringen.

Auch auf HuffPost:

AfD ohne Petry: So radikal würde sich die Partei nach einem Putsch verändern

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit dem Spendenportal Betterplace.org stellt die Huffington Post spannende Projekte vor, die ihr direkt unterstützen könnt:

(bp)