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Machen "Harry Potter" und "Herr der Ringe" Kinder krank?

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"Harry Potter", "Der Herr der Ringe" und "Die Tribute von Panem" gehören zu den Fantasy-Büchern, die nach Ansicht eines britischen Schulleiters "die Gehirne unserer Kinder schädigen". In einem Blog-Eintrag nannte Graeme Whiting, der in einer Privatschule in Nailsworth arbeitet, auch die Werke von "Game of Thrones"-Autor George R.R. Martin und Terry Pratchett. Das sei zutiefst unsensibles und suchterzeugendes Material, er sei sich sicher, dass dieses schwieriges Verhalten bei Kindern fördere. Und: Diese Bücher könnten das "sensible Unterbewusstsein der Hirne junger Kinder schädigen", von denen viele in der Statistik psychisch kranker Kinder auftauchen werden, schreibt er.

Solche Bücher zu kaufen, sei wie die Kinder mit löffelweise Zucker zu füttern, schreibt der Direktor. Und wenn das Kind abhängig sei, wolle es immer mehr davon. In Bezug auf Bücher heiße das, dass die Bankkonten von denjenigen gefüllt werden, die diese unsensiblen Bücher schrieben. Whiting dagegen setze auf traditionelle Literatur und deren Werte, wie William Shakespeare, John Keats oder Charles Dickens. "Hütet euch vor dem Teufel im Text! Wählt Schönheit für eure jungen Kinder", heißt es am Ende seines Textes.

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Whitings Blog-Eintrag sorgt vor allem in Großbritannien für Aufregung. Im "Guardian" warf Fantasy-Autorin Samantha Shannon Whiting "Heuchelei" vor und verwies darauf, dass es auch bei Shakespeare brutalste Szenen gebe. Auf "Bustle.com" schreibt Kristian Wilson, dass Whiting sicher ein "getarnter Voldemort" sei. Sie vermutete, dass der Schulleiter selbst die Literatur, die er so liebe, nicht gelesen habe - auch sie verwies auf die Brutalität, raue Welt und den Sex bei Keats, Dickens und Shakespeare.